Woher weiss ich was ich will

Woher weiss ich was ich will

Oftmals bekommen wir nicht das was wir wollen. Oftmals machen wir unsere Mitmenschen, die Umstände, das Universum, Gott und die Engel dafür verantwortlich, dass wir nicht bekommen was wir wollen. Nur wir selber, wir sind natürlich nie schuld an unserem Unglück.

Aber ist das wirklich richtig so? Sind wir alle mehr oder weniger grosse Pechvögel, die nie das bekommen was sie sich wünschen? Oder liegt es eher daran, dass wir gar nicht wissen was wir wirklich wollen, was wir uns wirklich wünschen?

Anzeige

Gut möglich, dass wir oftmals unsere eigenen Bedürfnisse falsch einschätzen, dass wir Träume haben die nicht wirklich unsere eigenen sind, uns etwas wünschen was überhaupt gar nicht zu uns passt, Ziele verfolgen die andere vielleicht glücklich machen würden, uns selber aber nicht. Denn wir Menschen sind nun mal sehr unterschiedlich, und genauso unterschiedlich sind auch unsere wirklichen Bedürfnisse.

Aber woher weiss ich was ich will, was ich wirklich brauche und was mich wirklich glücklich macht? So schwierig die Frage auch scheint, die Antwort ist relativ einfach: Wir müssen wieder lernen auf unser Bauchgefühl zu hören, denn dieses weiss ganz genau was gut für uns ist.

Auch kann es helfen, sich selber einige Fragen zu stellen, bevor man sich etwas wirklich wünscht, und diese natürlich auch ehrlich zu beantworten. Mögliche Fragen könnten beispielsweise so aussehen:

• Warum will ich diese Frau? Weil ich sie liebe? Weil sie hübsch ist, und ich von meinen Freunden beneidet werden möchte?

• Warum will ich diesen Mann? Weil ich ihn liebe? Weil ich mir einen anderen (möglicherweise materiellen) Nutzen verspreche?

• Warum will ich dieses teure Auto? Weil Autos mein Hobby sind? Weil ich lange Strecken fahren muss und den Komfort eines teuren Autos zu schätzen weiss? Weil mein Nachbar ein ganz ähnliches, aber natürlich nicht ganz so feudales, Modell hat? Weil ich mit dem Auto auffallen werde?

• Warum fliege ich nach Hawaii, wo ich doch Flugzeuge nicht ausstehen kann? Weil ich gelesen habe, dass die Inseln einmalig schön sein sollen, und ich mich da wirklich erholen kann? Weil mein Nachbar vor Neid erblassen wird?

• Warum will ich diese sündhaft teuren Schuhe unbedingt haben, wo ich doch schon mindestens 56 Paar ganz ähnliche Modelle zu Hause im Schrank stehen habe, und das Geld eigentlich für dringendere Dinge brauchen würde? Weil ich glaube, dass genau dieses 57. Paar mich unsäglich glücklich machen wird? Weil meine Freundinnen mich beneiden werden, wenn ich auf diesen gigantischen Absätzen vor ihrer Nase rum stöckle? Weil man nur dann eine richtige Frau ist, wenn man mindestens drei Schuhschränke bis auf den letzten Platz gefüllt hat? Weil ich mich glaube zu erinnern, diese Schuhe schon mal an irgendwelchen zierlichen Promi-Füssen gesehen zu haben?

Woher weiss ich was ich will? Ich weiss es dann, wenn ich es nur für mich tue, wenn ich niemanden beeindrucken, sondern mich selber glücklich machen will.

Wünsche praktisch testen

Bevor eine grosse Entscheidung getroffen wird, hilft ein kleiner Test im Alltag. Kurzzeitige Versuche zeigen, ob ein Wunsch wirklich Freude bringt oder nur eine Vorstellung ist.

Solche Tests sollten bewusst kurz und überschaubar sein. Danach bewusst beobachten, wie sich Stimmung, Energie und Alltag verändern, und diese Beobachtungen notieren.

  • Kurzprobe: Eine Woche auf ein neues Hobby oder Verhalten einlassen und tägliches Befinden festhalten.
  • Miniversion: Wunsch in kleiner, kostengünstiger Form ausprobieren, um echte Wirkung zu prüfen.
  • Feedback einholen: Nach dem Test mit neutralen Personen über den Eindruck sprechen, ohne Rechtfertigung.

Werte klären und priorisieren

Ein klares Bild von persönlichen Werten macht Entscheidungen leichter. Werte sind grundlegende Vorstellungen wie Freiheit, Sicherheit, Kreativität oder Nähe zu anderen Menschen.

Eine einfache Übung ist, mehrere Werte aufzuschreiben und dann die drei wichtigsten herauszufiltern. Entscheidungen lassen sich danach daran messen, wie gut sie diese Kernwerte unterstützen.

  • Liste erstellen: 10 Werte notieren, die wichtig erscheinen.
  • Rangfolge bilden: Die drei wichtigsten auswählen und begründen.
  • Abgleich: Bei neuen Wünschen prüfen, welcher Wert gestärkt oder geschwächt wird.

Entscheidungen praktisch strukturieren

Komplexe Wünsche lassen sich leichter handhaben, wenn die Entscheidung in Schritte geteilt wird. Eine klare Struktur reduziert Unsicherheit und verhindert Überstürzung.

Anzeige

Ein einfacher Entscheidungsablauf besteht aus: Wunsch definieren, Optionen sammeln, Vor- und Nachteile abwägen, kleine Schritte planen, nach kurzer Zeit evaluieren und gegebenenfalls anpassen.

  • Optionen sammeln: Mehrere Alternativen aufschreiben, auch ungewöhnliche.
  • Pro‑/Contra‑Liste: Für jede Option drei klare Argumente auflisten.
  • Testphase festlegen: Konkreten Zeitraum für einen Probeversuch bestimmen und Bewertungskriterien definieren.

Häufige Fragen

Warum bekomme ich oft nicht das, was ich will?

Oft liegt es daran, dass wir anderen oder den Umständen die Schuld geben, statt uns zu fragen, ob wir selbst die Gründe sind. Häufig wissen wir gar nicht genau, was wir wirklich wollen, oder unsere Wünsche entsprechen nicht unseren echten Bedürfnissen.

Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?

Indem ich ehrlich zu mir selbst bin und hinterfrage, warum ich etwas will, zum Beispiel ob es aus Liebe oder aus dem Wunsch entsteht, andere zu beeindrucken. Wenn ein Wunsch nur dazu dient, andere zu gefallen, passt er oft nicht zu meinen wirklichen Bedürfnissen.

Wie kann mir mein Bauchgefühl helfen?

Es hilft, zwischen eigenen Bedürfnissen und äußeren Einflüssen zu unterscheiden.

Welche Fragen sollte ich mir vor dem Wünschen stellen?

Man sollte sich konkret fragen, ob man etwas aus Liebe, aus praktischem Nutzen oder aus dem Wunsch, andere zu beeindrucken, will. Solche ehrlichen Fragen machen sichtbar, ob ein Wunsch wirklich zu einem selbst passt oder nur äußerlichen Erwartungen folgt.