Wo gibt es Paranüsse

Wo gibt es Paranüsse

Paranüsse wachsen fast ausschließlich wild im Amazonas-Regenwald, vor allem in Bolivien, Brasilien und Peru. In Deutschland bekommt man sie in fast jedem Supermarkt, im Bioladen, in Unverpackt-Läden und in Nussmischungen. Wegen ihres hohen Selen- und Radiumgehalts sollte man allerdings nur wenige davon essen.

Die Paranuss ist eine Besonderheit unter den Nüssen: Sie stammt nicht aus Plantagen, sondern wird im Urwald gesammelt. Ihr Name geht auf die brasilianische Hafenstadt Belém im Bundesstaat Pará zurück, über die sie früher verschifft wurde. Woher sie genau kommt, wie sie wächst und worauf man beim Kauf achten sollte, steht hier.

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Der Paranussbaum

Der Paranussbaum trägt den botanischen Namen Bertholletia excelsa. Er gehört zu den größten Bäumen des Amazonasgebiets und wird bis zu 50 Meter hoch, mit einem Stamm von über einem Meter Durchmesser. Einzelne Bäume können mehrere hundert Jahre alt werden. Botanisch ist die Paranuss übrigens keine echte Nuss, sondern ein Samen.

Die Frucht

Die eigentliche Frucht ist eine kugelige Kapsel, etwa so groß wie eine Kokosnuss und bis zu zwei Kilogramm schwer. Ihre Schale ist so hart, dass man sie mit einer Machete öffnen muss. Im Inneren liegen, eng aneinandergedrückt wie Orangenspalten, 10 bis 25 Samen. Jeder davon steckt in einer eigenen harten, dreikantigen Schale. Diese Samen sind die Paranüsse, wie wir sie kennen.

Bis eine Frucht reif ist, vergehen etwa 14 Monate. Dann fällt sie aus großer Höhe zu Boden. Wer in der Erntezeit durch einen Paranusswald läuft, trägt deshalb besser einen Helm.

Warum es kaum Plantagen gibt

Paranussbäume lassen sich zwar pflanzen, tragen in Plantagen aber kaum Früchte. Der Grund liegt in der Bestäubung. Die Blüten haben eine Art Deckel, den nur kräftige Bienen öffnen können, vor allem große Prachtbienen und Hummelarten. Die Männchen der Prachtbienen brauchen wiederum bestimmte Orchideen im umliegenden Wald. Fehlt dieser intakte Regenwald, fehlen die Bienen, und es gibt keine Nüsse.

Auch für die Verbreitung sorgt ein Waldbewohner: Das Aguti, ein Nagetier mit scharfen Zähnen, kann die Kapsel aufnagen. Es frisst einen Teil der Samen und vergräbt andere als Vorrat. Die vergessenen Samen keimen und werden zu neuen Bäumen.

Woher Paranüsse kommen

Fast die gesamte Welternte stammt aus Wildsammlung in drei Ländern:

  • Bolivien: heute der größte Exporteur, vor allem aus dem Norden des Landes in den Departamentos Pando und Beni. In der Stadt Riberalta sitzen viele Verarbeitungsbetriebe.
  • Brasilien: das Ursprungsland des Handels, mit Vorkommen in den Bundesstaaten Acre, Amazonas und Pará.
  • Peru: vor allem aus der Region Madre de Dios im Südosten.

Gesammelt wird in der Regenzeit, ungefähr von Dezember bis März. Sammler laufen dann oft wochenlang durch den Wald, lesen die heruntergefallenen Kapseln auf, öffnen sie und tragen die Samen in Säcken zu Sammelstellen an Flüssen. Für viele Familien im Amazonasgebiet ist das eine wichtige Einnahmequelle. Weil der Wald dafür stehen bleiben muss, gilt die Paranuss-Sammlung als Beispiel für eine Nutzung, die den Regenwald schützt.

Wo man Paranüsse kaufen kann

  • Supermarkt und Discounter: geschält in Tüten, meist im Regal mit Backzutaten oder Snacks
  • Studentenfutter und Nussmischungen: fast immer mit Paranüssen
  • Bioladen und Reformhaus: oft mit Bio- und Fairtrade-Siegel
  • Unverpackt-Läden: lose zum Abfüllen in eigene Behälter
  • Wochenmarkt und Weihnachtszeit: ungeschält in der harten Schale, oft in Nussmischungen

Im Vergleich zu Hasel- oder Walnüssen sind Paranüsse relativ teuer, weil die Ernte von Hand im Wald erfolgt und die Mengen je nach Jahr stark schwanken.

Woran man gute Ware erkennt

Gute Paranüsse sind gleichmäßig cremeweiß im Inneren, fest und riechen neutral. Schrumpelige, dunkle oder bitter riechende Nüsse sind alt oder ranzig. Schimmelige Nüsse gehören in den Müll, denn Schimmelpilze können Aflatoxine bilden. Diese Giftstoffe lassen sich nicht wegschneiden. Die EU kontrolliert Paranüsse aus Südamerika deshalb gezielt.

Was in Paranüssen steckt

Paranüsse bestehen zu etwa zwei Dritteln aus Fett und sind entsprechend kalorienreich: 100 Gramm liefern rund 680 Kilokalorien. Dazu kommen Eiweiß, Magnesium und Vitamin E. Bekannt sind sie vor allem für ihren sehr hohen Gehalt an Selen, einem Spurenelement, das der Körper unter anderem für die Schilddrüse braucht. Der Gehalt schwankt je nach Boden stark. Schon eine einzige Nuss kann einen großen Teil des Tagesbedarfs decken.

Warum man nur wenige essen sollte

Der Paranussbaum nimmt mit seinen tiefen Wurzeln auch das natürlich vorkommende radioaktive Element Radium aus dem Boden auf. Paranüsse enthalten deshalb deutlich mehr Radium als andere Lebensmittel. Das Bundesamt für Strahlenschutz hält für Erwachsene etwa zwei Paranüsse am Tag für gesundheitlich unbedenklich. Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden rät es vom Verzehr ab, weil sich Radium in wachsenden Knochen einlagern kann.

Auch wegen des Selens sind größere Mengen nicht sinnvoll. Wer täglich viele Paranüsse isst und zusätzlich Selenpräparate nimmt, kann zu viel davon aufnehmen.

Paranüsse in der Küche

Paranüsse schmecken mild, leicht süßlich und buttrig. Pur sind sie ein Snack, gehackt passen sie ins Müsli, auf Salate und in Pesto statt Pinienkernen. Beim Kochen und Backen eignen sie sich für Brot, Kekse, Granola und Nusskuchen. Kurz in der Pfanne ohne Fett geröstet, wird das Aroma kräftiger.

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Richtig lagern

Wegen ihres hohen Fettgehalts werden Paranüsse schneller ranzig als andere Nüsse. Am besten lagert man sie kühl, dunkel und luftdicht, geöffnete Packungen im Kühlschrank. Dort halten sie einige Monate. Ungeschälte Nüsse sind durch die Schale besser geschützt.

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Paranuss?

Vom brasilianischen Bundesstaat Pará und seinem Hafen Belém, über den die Nüsse früher nach Europa verschifft wurden.

Wie viele Paranüsse darf man am Tag essen?

Für Erwachsene hält das Bundesamt für Strahlenschutz etwa zwei Nüsse am Tag für unbedenklich. Kinder, Schwangere und Stillende sollten darauf verzichten.

Gibt es Paranüsse aus Plantagen?

Kaum. Die Bäume brauchen bestimmte Wildbienen zur Bestäubung, die nur im intakten Regenwald leben. Fast alle Paranüsse stammen aus Wildsammlung.

Kann man Paranüsse selbst anbauen?

In Mitteleuropa nicht. Der Baum braucht tropisches Klima, viel Platz und seine natürlichen Bestäuber.