Der Euro ist die Währung von 21 der 27 EU-Staaten. Dazu kommen vier Kleinstaaten mit eigenem Währungsabkommen, zwei Länder, die ihn ohne Vertrag nutzen, und zahlreiche Inseln und Überseegebiete von der Karibik bis zum Indischen Ozean.
Als Bargeld gibt es den Euro seit Januar 2002. Die Eurozone ist seitdem von zwölf auf 21 Mitgliedstaaten gewachsen, zuletzt kam zum 1. Januar 2026 Bulgarien hinzu. Welche Länder den Euro haben und wo man sonst noch mit Euro bezahlt, zeigt dieser Überblick.
Die 21 Euroländer der EU
| Land | Euro seit | Vorherige Währung |
|---|---|---|
| Belgien | 1999 | Belgischer Franc |
| Deutschland | 1999 | D-Mark |
| Finnland | 1999 | Finnmark |
| Frankreich | 1999 | Französischer Franc |
| Irland | 1999 | Irisches Pfund |
| Italien | 1999 | Lira |
| Luxemburg | 1999 | Luxemburgischer Franc |
| Niederlande | 1999 | Gulden |
| Österreich | 1999 | Schilling |
| Portugal | 1999 | Escudo |
| Spanien | 1999 | Peseta |
| Griechenland | 2001 | Drachme |
| Slowenien | 2007 | Tolar |
| Malta | 2008 | Maltesische Lira |
| Zypern | 2008 | Zypern-Pfund |
| Slowakei | 2009 | Slowakische Krone |
| Estland | 2011 | Estnische Krone |
| Lettland | 2014 | Lats |
| Litauen | 2015 | Litas |
| Kroatien | 2023 | Kuna |
| Bulgarien | 2026 | Lew |
Die ersten elf Länder führten den Euro 1999 als Buchgeld ein, Bargeld folgte am 1. Januar 2002 – dann schon zusammen mit Griechenland. Alle späteren Beitrittsländer starteten direkt mit Scheinen und Münzen. Bulgarien tauschte zum festen Kurs von 1,95583 Lew je Euro; beide Währungen galten im Januar 2026 einen Monat lang parallel.
Jedes Euroland prägt eigene Münzen. Die Vorderseite mit Wertangabe und Europakarte ist überall gleich, die Rückseite zeigt nationale Motive: in Deutschland Eichenzweig, Brandenburger Tor und Bundesadler, in Österreich unter anderem Mozart und Bertha von Suttner. Alle Münzen gelten in der gesamten Eurozone.
Euro außerhalb der EU mit Abkommen
Vier europäische Kleinstaaten sind nicht Mitglied der EU, haben aber eine Währungsvereinbarung mit ihr geschlossen. Der Euro ist dort offizielles Zahlungsmittel, und sie dürfen in begrenzter Zahl eigene Euromünzen prägen:
- Monaco – Münzen mit Fürst Albert II., früher eng an den französischen Franc gebunden.
- San Marino – umgeben von Italien, zuvor mit der Lira verbunden.
- Vatikanstadt – Münzen mit dem Papst oder dem päpstlichen Wappen, bei Sammlern besonders begehrt.
- Andorra – nutzte den Euro erst ohne Vertrag, seit 2011 mit Abkommen und seit 2014 mit eigenen Münzen.
Einseitige Nutzung: Kosovo und Montenegro
Kosovo und Montenegro haben den Euro ohne Vereinbarung mit der EU übernommen. Beide hatten zuvor die D-Mark als Zahlungsmittel eingeführt und stellten 2002 mit ihr auf den Euro um. Sie prägen keine eigenen Münzen, haben keinen Sitz in der Europäischen Zentralbank und keinen Einfluss auf die Geldpolitik. Das Bargeld gelangt über Banken, Handel und Überweisungen aus dem Ausland ins Land.
Euro in Überseegebieten und auf Inseln
Auch weit außerhalb Europas zahlt man mit Euro – überall dort, wo Gebiete zu einem Euroland gehören:
Französische Überseegebiete
- Karibik und Südamerika: Guadeloupe, Martinique, Saint-Martin, Saint-Barthélemy und Französisch-Guayana.
- Indischer Ozean: Réunion und Mayotte.
- Nordatlantik: Saint-Pierre-et-Miquelon vor der Küste Kanadas.
Französisch-Polynesien, Neukaledonien sowie Wallis und Futuna verwenden dagegen den CFP-Franc, der fest an den Euro gekoppelt ist.
Spanische und portugiesische Gebiete
- Kanarische Inseln – Euro wie auf dem Festland, aber mit eigener, niedrigerer Verbrauchsteuer (IGIC) statt der spanischen Mehrwertsteuer.
- Ceuta und Melilla – die spanischen Städte an der Nordküste Afrikas.
- Azoren und Madeira – die portugiesischen Atlantikinseln.
Britische Stützpunkte auf Zypern
In Akrotiri und Dhekelia, den beiden britischen Militärbasen auf Zypern, ist der Euro seit 2008 offizielle Währung – als einziges britisches Hoheitsgebiet ohne Pfund.
EU-Länder ohne Euro
Sechs EU-Staaten zahlen weiterhin mit eigener Währung:
- Dänemark – Dänische Krone. Dänemark hat sich vertraglich eine Ausnahme gesichert und muss den Euro nicht einführen. Die Krone ist über den Wechselkursmechanismus WKM II eng an den Euro gebunden.
- Schweden – Schwedische Krone. Rechtlich ist Schweden zur Einführung verpflichtet, bei einer Volksabstimmung 2003 lehnte die Mehrheit ab. Das Land bleibt bewusst außerhalb des WKM II.
- Polen – Złoty.
- Tschechien – Tschechische Krone.
- Ungarn – Forint.
- Rumänien – Leu.
Alle Länder außer Dänemark müssen den Euro einführen, sobald sie die Konvergenzkriterien aus dem Vertrag von Maastricht erfüllen:
- Preisstabilität: Die Inflation darf höchstens 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.
- Haushaltsdefizit: höchstens 3 Prozent der Wirtschaftsleistung.
- Staatsschulden: höchstens 60 Prozent der Wirtschaftsleistung oder deutlich rückläufig.
- Zinsen: Langfristige Zinsen höchstens 2 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder.
- Wechselkurs: mindestens zwei Jahre Teilnahme am WKM II ohne starke Spannungen.
Währungen, die fest am Euro hängen
Noch weiter reicht der Euro über Währungen, deren Kurs fest an ihn gekoppelt ist. Wer dort Geld tauscht, bekommt jahrelang denselben Kurs:
- CFA-Franc: Zwei Varianten gelten in 14 Staaten West- und Zentralafrikas, darunter Senegal, Elfenbeinküste, Mali, Kamerun und Gabun. 1 Euro entspricht fest 655,957 CFA-Franc – das war zuvor der Kurs zum Französischen Franc.
- Konvertible Mark in Bosnien und Herzegowina: Sie wurde 1998 im Verhältnis 1:1 zur D-Mark eingeführt und hängt deshalb bis heute mit 1,95583 Mark je Euro am Euro.
- Kap-Verde-Escudo: fest an den Euro gebunden, früher an den Portugiesischen Escudo.
- Dänische Krone: schwankt nur in einem engen Band um ihren Leitkurs zum Euro.
Weltweit ist der Euro nach dem US-Dollar die zweitwichtigste Reservewährung. Zentralbanken halten rund ein Fünftel ihrer Devisenreserven in Euro, und viele Länder in Osteuropa, auf dem Balkan und in Nordafrika rechnen Mieten, Autos oder Immobilien inoffiziell in Euro ab.
Nachbarländer ohne Euro: Tipps für Reisende
Mehrere beliebte Reiseziele rund um die Eurozone haben eigene Währungen:
- Schweiz und Liechtenstein zahlen mit Schweizer Franken. Viele Geschäfte, Hotels, Bergbahnen und Tankstellen nehmen Euro an, geben das Wechselgeld aber meist in Franken heraus und rechnen zu einem ungünstigen Kurs.
- Norwegen nutzt die Norwegische Krone. Bargeld wird dort immer seltener gebraucht, Kartenzahlung ist fast überall üblich.
- Großbritannien zahlt mit Pfund Sterling. Euro werden nur vereinzelt akzeptiert, etwa an Flughäfen und auf Fähren.
- Tschechien, Polen und Ungarn: In grenznahen Orten und Touristenzentren ist Euro verbreitet, der Kurs fällt aber meist schlechter aus als beim Bezahlen in Landeswährung.
Beim Bezahlen mit Karte im Nicht-Euro-Ausland fragt das Terminal oft, ob in Euro oder Landeswährung abgerechnet werden soll. Die Landeswährung zu wählen ist fast immer günstiger, denn bei der Umrechnung durch den Händler („Dynamic Currency Conversion“) kommen Aufschläge hinzu.
Häufige Fragen
Wie viele Länder haben den Euro?
21 EU-Mitgliedstaaten. Rechnet man Monaco, San Marino, Vatikanstadt, Andorra, Kosovo und Montenegro dazu, zahlen 27 Staaten mit Euro.
Welches Land hat den Euro zuletzt eingeführt?
Bulgarien, am 1. Januar 2026. Davor war Kroatien am 1. Januar 2023 beigetreten.
Kann man Münzen aus Monaco oder dem Vatikan überall ausgeben?
Ja, sie sind in der ganzen Eurozone gültig. Weil nur wenige geprägt werden, landen sie aber meist in Sammlungen und sind im Alltag selten.
Warum hat Dänemark keinen Euro?
Die Dänen lehnten den Vertrag von Maastricht 1992 zunächst ab. Daraufhin erhielt Dänemark eine Ausnahmeregel. Bei einer Volksabstimmung im Jahr 2000 stimmte die Mehrheit erneut gegen den Euro.
Ist der Euro in der Schweiz offizielles Zahlungsmittel?
Nein. Gesetzliches Zahlungsmittel ist allein der Schweizer Franken. Dass viele Geschäfte, Bahnhöfe und Hotels Euro annehmen, ist freiwillig; das Wechselgeld gibt es in der Regel in Franken, und der verwendete Kurs liegt meist unter dem Bankkurs. Wer länger bleibt, hebt besser Franken am Automaten ab oder zahlt mit Karte in Landeswährung.



