Pellkartoffeln werden mit Schale in kaltem Salzwasser aufgesetzt und nach dem Aufkochen je nach Größe etwa 20 bis 25 Minuten gegart. Am besten gelingen sie mit festkochenden, gleich großen Kartoffeln. Gepellt wird, solange sie noch warm sind.
Pellkartoffeln gehören zu den einfachsten Gerichten der deutschen Küche. Trotzdem gibt es ein paar Kniffe, damit sie gleichmäßig gar werden, nicht aufplatzen und sich leicht schälen lassen. Hier steht alles von der Sortenwahl bis zur Resteverwertung.
Die richtige Kartoffelsorte
Für Pellkartoffeln eignen sich vor allem festkochende Sorten. Sie bleiben beim Kochen schnittfest, platzen selten und haben eine feine, glatte Schale. Im Handel bekannt sind zum Beispiel:
- Linda: gelbfleischig, buttrig, ein Klassiker
- Annabelle: kleine, längliche Frühkartoffel, ideal als Drillinge
- Belana: mild, cremig, sehr beliebt im Supermarkt
- Sieglinde: eine der ältesten deutschen Speisesorten, fest und aromatisch
Vorwiegend festkochende Sorten wie Gala oder Agria gehen ebenfalls. Sie sind etwas lockerer und eignen sich gut, wenn aus den Resten später Bratkartoffeln werden sollen. Mehligkochende Sorten zerfallen dagegen leicht und platzen in der Schale auf.
Wichtiger als die Sorte ist fast die Größe: Alle Kartoffeln im Topf sollten ungefähr gleich groß sein, sonst sind die kleinen zerkocht, wenn die großen noch hart sind.
Pellkartoffeln kochen Schritt für Schritt
- Waschen: Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich abbürsten. Grüne Stellen und Keime großzügig herausschneiden.
- In den Topf geben: Die Kartoffeln nebeneinander in einen Topf legen und mit kaltem Wasser bedecken. Kaltes Wasser sorgt dafür, dass sie von außen nach innen gleichmäßig garen.
- Würzen: Einen Teelöffel Salz pro Liter Wasser zugeben. Klassisch kommt ein Teelöffel Kümmel dazu, der das Aroma verbessert und die Kartoffeln bekömmlicher machen soll.
- Aufkochen: Mit Deckel zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren.
- Köcheln lassen: Bei mittlerer Hitze leicht sprudelnd garen. Kleine Kartoffeln brauchen etwa 15 bis 20 Minuten, mittelgroße 20 bis 25 Minuten, große bis zu 30 Minuten.
- Garprobe: Mit einem spitzen Messer in die dickste Kartoffel stechen. Gleitet es ohne Widerstand hinein, sind sie fertig.
- Abgießen und ausdampfen: Wasser abgießen und die Kartoffeln im offenen Topf ein bis zwei Minuten auf der ausgeschalteten Platte ausdampfen lassen. So wird die Schale trocken und lässt sich besser lösen.
Pellen ohne verbrannte Finger
Die Kartoffel mit einer Gabel aufspießen und die Schale mit einem kleinen Messer abziehen. Wer die Kartoffeln vorher kurz kalt abschreckt, kann sie leichter anfassen. Dann sollten sie aber gleich gegessen oder weiterverarbeitet werden, sonst kühlen sie zu stark ab. Tipp: Vor dem Kochen einmal rundherum mit dem Messer die Schale einritzen, dann lässt sie sich nach dem Kochen in zwei Hälften abziehen.
Junge Frühkartoffeln mit dünner Schale muss man gar nicht pellen. Die Schale kann nach gründlichem Waschen mitgegessen werden.
Andere Garmethoden
Im Dampfgarer
Im Dampfgarer oder im Dämpfeinsatz über kochendem Wasser brauchen mittelgroße Kartoffeln etwa 30 Minuten. Sie werden aromatischer und wässern nicht aus.
Im Schnellkochtopf
Mit wenig Wasser im Siebeinsatz sind mittelgroße Kartoffeln nach etwa 8 bis 10 Minuten auf der zweiten Stufe gar. Danach den Druck langsam ablassen. Die Zeiten der Hersteller-Anleitung haben Vorrang.
Im Backofen
Ganze, gewaschene Kartoffeln auf einem Blech mit etwas grobem Salz bei 200 Grad Ober- und Unterhitze rund 45 bis 60 Minuten backen. Die Schale wird dabei knusprig, das Innere mehlig-weich. Streng genommen sind das keine Pellkartoffeln mehr, sondern Ofenkartoffeln.
Typische Fehler
- Zu starkes Kochen: Sprudelt das Wasser heftig, platzen die Schalen und die Kartoffeln saugen sich voll.
- Zu viel Wasser: Es reicht, wenn die Kartoffeln knapp bedeckt sind. Das spart Energie und Zeit.
- Im Wasser stehen lassen: Nach dem Garen sofort abgießen, sonst werden sie wässrig.
- Zu früh stechen: Jede Garprobe öffnet die Schale. Erst gegen Ende der Garzeit prüfen.
Grüne Stellen und Keime
Kartoffeln enthalten den natürlichen Stoff Solanin, besonders in grünen Stellen, in Keimen und Augen sowie direkt unter der Schale. Größere Mengen können Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen. Grüne Stellen und Keime deshalb vor dem Kochen großzügig wegschneiden, stark ergrünte Kartoffeln entsorgen. Das Kochwasser wird nicht weiterverwendet. Kartoffeln lagert man dunkel, kühl und trocken, damit sie nicht grün werden.
Klassische Gerichte mit Pellkartoffeln
- Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl: das Traditionsgericht aus dem Spreewald und der Lausitz. Dazu Quark mit Schnittlauch, Salz und einem Schuss Leinöl.
- Mit Kräuterquark: Quark mit Petersilie, Dill, Schnittlauch und etwas Knoblauch.
- Mit Hering: Matjes oder Brathering mit Zwiebeln, Äpfeln und Sahnesauce, im Norden ein Klassiker.
- Mit Butter und Salz: schlicht und bei guten Kartoffeln das Beste.
- Zum Raclette: kleine Pellkartoffeln gehören in der Schweiz zum geschmolzenen Käse dazu.
Reste aufbewahren und verwerten
Gekochte Pellkartoffeln halten im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Am besten lässt man sie zügig abkühlen und bewahrt sie abgedeckt auf. Kalt sind sie fester und lassen sich gut schneiden. Darum eignen sich Pellkartoffeln vom Vortag ideal für:
- Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck
- Kartoffelsalat, schwäbisch mit Brühe und Essig oder norddeutsch mit Mayonnaise
- Kartoffelpuffer und Rösti aus grob geriebenen Pellkartoffeln
- Bauernfrühstück mit Ei und Schinken
Nährwerte
Kartoffeln sind kalorienarm und sättigend. 100 Gramm gekochte Kartoffeln liefern rund 70 Kilokalorien, kaum Fett, etwa 2 Gramm Eiweiß und rund 15 Gramm Kohlenhydrate. Dazu kommen Kalium, Vitamin C und B-Vitamine. Weil die Schale beim Kochen dranbleibt, gehen bei Pellkartoffeln weniger Vitamine und Mineralstoffe ins Wasser über als bei geschälten Salzkartoffeln.
Häufige Fragen
Warum Pellkartoffeln in kaltem Wasser aufsetzen?
Damit sie gleichmäßig garen. In kochendem Wasser wird die äußere Schicht weich, während der Kern noch hart ist, und die Schale platzt leichter.
Wie lange müssen Pellkartoffeln kochen?
Nach dem Aufkochen je nach Größe 15 bis 30 Minuten, bei mittelgroßen Kartoffeln meist 20 bis 25 Minuten.
Muss man Pellkartoffeln abschrecken?
Nein. Ausdampfen lassen reicht. Abschrecken macht das Anfassen leichter, kühlt die Kartoffeln aber ab.
Kann man Pellkartoffeln einfrieren?
Das geht, die Konsistenz wird danach aber wässrig und weich. Für Bratkartoffeln oder Salat sind frisch gekochte Kartoffeln besser.



