Wie lange lebt eine Eizelle

Wie lange lebt eine Eizelle

Eine Eizelle lebt nach dem Eisprung nur etwa 12 bis 24 Stunden. Nur in dieser kurzen Zeit kann sie befruchtet werden. Weil Spermien im Körper der Frau bis zu fünf Tage überleben, sind pro Zyklus trotzdem rund sechs Tage fruchtbar.

Die Frage nach der Lebensdauer der Eizelle stellen sich Paare mit Kinderwunsch ebenso wie Menschen, die eine Schwangerschaft vermeiden wollen. Dieser Beitrag erklärt, was nach dem Eisprung passiert, wie sich das fruchtbare Fenster berechnet, wie viele Eizellen eine Frau im Leben hat und warum Zykluswissen allein keine sichere Verhütung ist. Er ersetzt keine ärztliche oder gynäkologische Beratung.

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Was passiert beim Eisprung?

In jedem Zyklus reifen in den Eierstöcken mehrere Eibläschen (Follikel) heran, meist setzt sich eines davon durch. Ausgelöst durch einen kurzen, starken Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) platzt das reife Bläschen, und die Eizelle wird freigesetzt. Das ist der Eisprung.

Die Eizelle wird vom trichterförmigen Ende des Eileiters aufgefangen und langsam in Richtung Gebärmutter transportiert. Sie ist mit etwa 0,1 bis 0,12 Millimetern Durchmesser die größte Zelle des menschlichen Körpers und gerade noch mit bloßem Auge als winziger Punkt erkennbar.

Wie lange ist die Eizelle befruchtungsfähig?

Nach dem Eisprung bleibt die Eizelle etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Trifft sie in dieser Zeit im Eileiter auf ein Spermium, kann die Befruchtung stattfinden. Geschieht das nicht, stirbt die Eizelle ab und wird vom Körper abgebaut. Mit der nächsten Regelblutung wird die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.

Das fruchtbare Fenster

Für die Frage, wann eine Schwangerschaft möglich ist, zählt nicht nur die Eizelle. Spermien können im Gebärmutterhals und in der Gebärmutter unter günstigen Bedingungen bis zu fünf Tage überleben. Daraus ergibt sich:

Ereignis Zeitraum
Überlebensdauer der Spermien bis zu etwa 5 Tage
Befruchtungsfähigkeit der Eizelle etwa 12–24 Stunden nach dem Eisprung
Fruchtbares Fenster rund 5 Tage vor dem Eisprung bis etwa einen Tag danach
Einnistung in die Gebärmutter etwa 6–7 Tage nach der Befruchtung

Die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft besteht bei Geschlechtsverkehr in den zwei bis drei Tagen vor dem Eisprung. Dann warten bereits Spermien im Eileiter, wenn die Eizelle ankommt.

Was nach der Befruchtung geschieht

Ist ein Spermium in die Eizelle eingedrungen, verändert sich deren Hülle sofort, sodass keine weiteren Spermien hineingelangen. Das Erbgut von Mutter und Vater verschmilzt, die befruchtete Eizelle beginnt sich zu teilen. Während sie mehrere Tage lang durch den Eileiter in die Gebärmutter wandert, wird aus ihr ein kleiner Zellhaufen. Erst nach der Einnistung bildet der Körper das Schwangerschaftshormon hCG, das Schwangerschaftstests nachweisen – zuverlässig meist ab dem Tag, an dem die Regel ausbleibt.

Wann findet der Eisprung statt?

Der Eisprung liegt meist etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Regelblutung. Bei einem Zyklus von 28 Tagen wäre das ungefähr Tag 14, bei einem 35-Tage-Zyklus eher Tag 21. Viele Zyklen sind aber nicht gleich lang. Stress, Krankheit, Reisen, starke Gewichtsveränderungen oder das Absetzen der Pille können den Eisprung verschieben. Deshalb lässt er sich nicht allein aus dem Kalender vorhersagen.

Anzeichen und Hilfsmittel

  • Zervixschleim: Vor dem Eisprung wird der Schleim am Muttermund klar, glasig und dehnbar, ähnlich wie rohes Eiweiß.
  • Basaltemperatur: Nach dem Eisprung steigt die morgendliche Aufwachtemperatur um etwa 0,2 bis 0,5 Grad. Der Anstieg zeigt den Eisprung erst im Nachhinein an.
  • LH-Tests: Ovulationstests aus Drogerie oder Apotheke messen den LH-Anstieg im Urin, der dem Eisprung etwa 24 bis 36 Stunden vorausgeht.
  • Körpersignale: Manche Frauen spüren einen leichten, einseitigen Unterbauchschmerz, den Mittelschmerz.

Wie viele Eizellen hat eine Frau?

Anders als Männer, die laufend neue Spermien bilden, kommen Frauen mit einem festen Vorrat an Eizellen-Vorstufen zur Welt:

  • Bei der Geburt: etwa 1 bis 2 Millionen
  • Zu Beginn der Pubertät: noch etwa 300.000 bis 400.000
  • Eisprünge im ganzen Leben: nur etwa 400 bis 500

Die übrigen Eizellen gehen im Lauf der Jahre zugrunde. Mit dem Alter sinkt nicht nur die Zahl, sondern auch die Qualität. Ab Mitte 30 nimmt die Fruchtbarkeit spürbar ab, ab etwa 40 deutlich. Mit den Wechseljahren, im Durchschnitt um das 51. Lebensjahr, enden die Eisprünge.

Eizellen einfrieren

Außerhalb des Körpers lässt sich die kurze Lebensdauer der Eizelle verlängern. Beim sogenannten Social Freezing werden nach einer Hormonbehandlung Eizellen entnommen und durch schnelles Einfrieren (Vitrifikation) konserviert. In flüssigem Stickstoff bleiben sie viele Jahre erhalten. Die spätere Erfolgsaussicht hängt vor allem vom Alter bei der Entnahme ab – je jünger, desto besser. Eine Schwangerschaft ist damit nicht garantiert. Die Kosten tragen in Deutschland in der Regel die Betroffenen selbst, sofern kein medizinischer Grund wie eine Krebsbehandlung vorliegt.

Warum Zykluswissen allein keine sichere Verhütung ist

Die kurze Lebensdauer der Eizelle verleitet manche dazu, sich auf „sichere Tage“ zu verlassen. Das ist riskant. Da der Eisprung schwanken kann und Spermien mehrere Tage überleben, kommt es bei der reinen Kalendermethode häufig zu ungeplanten Schwangerschaften.

Natürliche Familienplanung kann zuverlässiger sein, wenn sie nach fachkundiger Schulung konsequent angewendet wird, etwa als symptothermale Methode mit Temperaturmessung und Schleimbeobachtung. Sie erfordert aber Disziplin und regelmäßige Zyklen. Informationen zu allen Verhütungsmethoden bieten Frauenarztpraxen, Beratungsstellen wie pro familia und das Portal familienplanung.de.

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Schutz vor Infektionen

Keine Methode, die auf dem Zyklus beruht, und auch nicht die Pille schützt vor sexuell übertragbaren Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis oder HIV. Diesen Schutz bieten nur Kondome oder Femidome. Gerade bei neuen Partnerschaften sind sie wichtig. Mehr zu ansteckenden Krankheiten findet sich in der entsprechenden Rubrik.

Häufige Fragen

Wie lange überlebt eine Eizelle nach dem Eisprung?

Etwa 12 bis 24 Stunden. Danach kann sie nicht mehr befruchtet werden.

Kann man an den Tagen nach dem Eisprung schwanger werden?

Am Tag des Eisprungs und kurz danach ja. Einige Tage nach dem Eisprung ist eine Befruchtung nicht mehr möglich – der genaue Zeitpunkt des Eisprungs ist aber oft unsicher.

Wie lange leben Spermien im Körper der Frau?

Unter günstigen Bedingungen bis zu fünf Tage. Deshalb kann auch Geschlechtsverkehr einige Tage vor dem Eisprung zu einer Schwangerschaft führen.

Wie viele Eizellen hat eine Frau?

Bei der Geburt etwa 1 bis 2 Millionen Vorstufen, zur Pubertät noch 300.000 bis 400.000. Nur etwa 400 bis 500 davon reifen im Leben zu einem Eisprung heran.