Wie isst man Avocado

Wie isst man Avocado

Avocado isst man roh: halbieren, den Kern entfernen und das weiche Fruchtfleisch auslöffeln oder in Scheiben schneiden. Entscheidend ist der richtige Reifegrad. Eine unreife Avocado ist hart und schmeckt nach wenig, eine überreife wird braun und faserig.

Botanisch ist die Avocado eine Beere des Avocadobaums, der aus Mexiko und Mittelamerika stammt. Die Früchte in deutschen Supermärkten kommen vor allem aus Mexiko, Peru, Chile, Kolumbien, Israel und Spanien, dort vor allem aus der Gegend um Málaga. Wie man sie auswählt, aufschneidet und verwendet, steht hier Schritt für Schritt.

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Die richtige Sorte und Reife erkennen

Hass und Fuerte

Im Handel dominieren zwei Sorten. Hass hat eine dicke, genoppte Schale, die beim Reifen von Grün zu fast Schwarz wechselt. Das Fruchtfleisch ist cremig und nussig. Fuerte bleibt auch reif grün, hat eine glattere, dünnere Schale und schmeckt etwas milder. Bei Fuerte sagt die Farbe also nichts über die Reife aus.

So fühlt sich eine reife Avocado an

  • Sie gibt bei leichtem Druck mit dem Daumen nach, ohne dass eine Delle bleibt.
  • Der kleine Stielansatz lässt sich leicht entfernen, darunter ist es hellgrün.
  • Ist es unter dem Stielansatz braun, ist die Frucht meist überreif.
  • Sehr weiche Stellen oder eingefallene Schale deuten auf braunes Fruchtfleisch hin.

Am besten drückt man mit der flachen Hand und nicht mit den Fingerspitzen, damit keine Druckstellen entstehen.

Unreife Avocados nachreifen lassen

Avocados reifen erst nach der Ernte. Eine harte Frucht wird bei Zimmertemperatur in zwei bis fünf Tagen weich. Schneller geht es in einer Papiertüte zusammen mit einem Apfel oder einer Banane. Diese Früchte geben das Reifegas Ethylen ab. Im Kühlschrank reifen Avocados dagegen kaum nach. Dorthin gehören nur bereits reife Früchte, die dann noch ein bis zwei Tage halten.

Avocado aufschneiden Schritt für Schritt

  1. Avocado unter Wasser abwaschen, damit keine Keime von der Schale ins Fruchtfleisch gelangen.
  2. Die Frucht auf ein Brett legen und mit einem Messer längs rundherum bis zum Kern einschneiden.
  3. Beide Hälften gegeneinander drehen und auseinanderziehen.
  4. Den Kern mit einem Esslöffel herauslösen.
  5. Das Fruchtfleisch mit dem Löffel aus der Schale heben oder in der Schale gitterförmig einschneiden und dann herauslöffeln.

Häufig wird empfohlen, mit dem Messer in den Kern zu schlagen und ihn so herauszudrehen. Davon raten Handchirurgen ab: Rutscht die Klinge ab, landet sie in der Handfläche. Verletzungen dieser Art sind in Notaufnahmen so häufig, dass sie im Englischen einen eigenen Namen haben, „avocado hand“. Der Löffel ist sicherer.

Die einfachsten Arten, Avocado zu essen

Pur aus der Schale

Die schnellste Variante: Hälfte mit Salz, Pfeffer und ein paar Tropfen Zitronen- oder Limettensaft würzen und direkt auslöffeln. Wer mag, gibt Chiliflocken, etwas Olivenöl oder Sojasauce dazu.

Avocado-Toast

Fruchtfleisch mit einer Gabel grob zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und auf geröstetes Vollkorn- oder Sauerteigbrot streichen. Dazu passen ein pochiertes oder gebratenes Ei, Tomaten, Radieschen, Feta oder Kresse.

Guacamole

Die Guacamole stammt aus Mexiko. Für eine Schüssel braucht man zwei reife Avocados, eine halbe fein gehackte Zwiebel, eine Tomate ohne Kerne, Saft einer Limette, Koriander, Salz und nach Geschmack frische Chili. Alles mit der Gabel vermengen, nicht pürieren, damit die Masse stückig bleibt. Guacamole passt zu Tortilla-Chips, Tacos, Burritos und gegrilltem Fleisch.

Im Salat und in Bowls

In Würfeln oder Scheiben macht Avocado Salate sättigender. Gut kombinieren lässt sie sich mit Tomaten, Gurke, Mais, Bohnen, Garnelen, Lachs oder Hähnchen. In Poke- und Buddha-Bowls gehört sie fast zur Grundausstattung, ebenso in Sushi-Rollen wie der California Roll.

Im Smoothie und als Dessert

Eine halbe Avocado macht einen Smoothie cremig, ohne viel Eigengeschmack mitzubringen. Bewährt sind Kombinationen mit Banane, Spinat, Apfel und etwas Zitrone. In Brasilien wird Avocado traditionell süß gegessen, etwa mit Zucker und Milch püriert. Auch Schokoladenmousse lässt sich mit Avocado statt Sahne zubereiten.

Warm gebacken

Halbierte Avocados ohne Kern lassen sich mit einem Ei füllen und bei etwa 200 Grad rund 15 Minuten im Ofen backen, bis das Eiweiß gestockt ist. Lange Hitze mag die Frucht aber nicht: Sie wird schnell bitter. Deshalb Avocado in warme Gerichte erst am Ende geben.

Braunwerden verhindern

Angeschnittenes Fruchtfleisch verfärbt sich an der Luft braun, weil Enzyme mit Sauerstoff reagieren. Das ist unbedenklich, sieht aber nicht schön aus. Dagegen hilft:

  • Schnittfläche mit Zitronen- oder Limettensaft beträufeln
  • Hälfte eng in Frischhaltefolie wickeln oder in eine luftdichte Dose legen
  • Guacamole mit Folie direkt auf der Oberfläche abdecken

Den Kern in der Hälfte zu lassen, schützt nur die Stelle, die er bedeckt. Eine braune Schicht kann man vor dem Essen einfach dünn abschaben.

Nährwerte der Avocado

Avocados sind für eine Frucht ungewöhnlich fettreich. 100 Gramm Fruchtfleisch liefern ungefähr:

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  • rund 160 Kilokalorien
  • etwa 15 Gramm Fett, überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren wie Ölsäure
  • etwa 7 Gramm Ballaststoffe
  • kaum Zucker
  • viel Kalium sowie Folat, Vitamin E und Vitamin K

Eine mittelgroße Hass-Avocado hat etwa 130 bis 150 Gramm Fruchtfleisch. Wer auf Kalorien achtet, rechnet besser mit einer halben Frucht pro Portion.

Was man nicht essen sollte

Schale und Kern sind nicht zum Verzehr gedacht. Der Kern ist hart, bitter und enthält Bitterstoffe. Avocado-Pflanzenteile enthalten außerdem den Stoff Persin. Für Menschen ist das Fruchtfleisch unbedenklich, für manche Tiere ist Avocado aber giftig, besonders für Papageien und andere Vögel, Pferde, Kaninchen und Nagetiere. Auch Hunde und Katzen sollten keine Avocado bekommen.

Häufige Fragen

Kann man die Schale der Avocado essen?

Nein. Die Schale ist zäh und bitter. Gegessen wird nur das Fruchtfleisch.

Wie lange hält eine angeschnittene Avocado?

Mit Zitronensaft beträufelt und luftdicht verpackt hält sie im Kühlschrank etwa einen Tag. Die Oberfläche verfärbt sich trotzdem etwas.

Woran erkennt man eine verdorbene Avocado?

An großflächig braunem oder grauem Fruchtfleisch, faserigen Strängen, säuerlichem Geruch oder Schimmel. Einzelne braune Punkte lassen sich wegschneiden.

Kann man Avocado einfrieren?

Ja, am besten als Püree mit etwas Zitronensaft. Aufgetaut eignet es sich für Guacamole, Aufstriche und Smoothies, nicht für Scheiben im Salat.