Süßkartoffeln lassen sich fast so zubereiten wie gewöhnliche Kartoffeln: kochen, backen, braten, frittieren oder pürieren. Sie garen aber schneller, schmecken süßlich-nussig und werden weicher. Wer diese Unterschiede kennt, bekommt knusprige Ofenspalten, cremiges Püree und Pommes, die nicht labberig werden.
Was ist eine Süßkartoffel?
Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas), auch Batate genannt, ist trotz ihres Namens nicht mit der Kartoffel verwandt. Sie gehört zu den Windengewächsen, die Kartoffel dagegen zu den Nachtschattengewächsen. Gegessen werden bei der Süßkartoffel verdickte Speicherwurzeln, bei der Kartoffel Sprossknollen.
Die Pflanze stammt aus dem tropischen Mittel- und Südamerika und wurde dort schon vor Tausenden Jahren angebaut. Bemerkenswert: Süßkartoffeln waren lange vor Kolumbus in Polynesien bekannt und gelangten bis nach Neuseeland, wo die Māori sie kūmara nennen. Nach Europa, Afrika und Asien kam sie mit spanischen und portugiesischen Seefahrern. Heute ist China mit großem Abstand der größte Erzeuger, gefolgt von Ländern in Afrika südlich der Sahara wie Nigeria und Tansania. Die meisten Süßkartoffeln in deutschen Supermärkten stammen aus den USA, Ägypten, Spanien und Portugal.
Im Handel dominieren Sorten mit orangem Fruchtfleisch. Daneben gibt es Bataten mit weißem, gelbem oder violettem Fleisch. Die weißen sind weniger süß und eher mehlig, die orangen saftiger und aromatischer.
Vorbereitung: schälen oder nicht?
Die Schale der Süßkartoffel ist essbar. Bei Bio-Ware genügt es, die Knolle gründlich unter fließendem Wasser abzubürsten. Beim Backen im Ofen wird die Schale aromatisch und leicht knusprig. Für Püree, Suppe und Curry wird die Süßkartoffel meist geschält, dafür eignet sich ein normaler Sparschäler.
Wichtig ist, die Stücke möglichst gleich groß zu schneiden, damit sie gleichmäßig garen. Die Knollen sind fester als Kartoffeln; ein großes, scharfes Messer erleichtert die Arbeit. Anders als bei Kartoffeln gilt: Süßkartoffeln dürfen auch roh gegessen werden, zum Beispiel fein geraspelt im Salat, allerdings in Maßen.
Die wichtigsten Zubereitungsarten
Im Ofen backen
Die einfachste Methode: Ganze, mittelgroße Süßkartoffeln waschen, mit einer Gabel mehrmals einstechen und bei 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 45 bis 60 Minuten backen, bis sie sich ganz weich anfühlen. Anschließend längs aufschneiden und wie eine Ofenkartoffel füllen – etwa mit Kräuterquark, Feta und Frühlingszwiebeln oder mit schwarzen Bohnen, Mais und Avocado.
Ofenspalten
- Süßkartoffeln in Spalten oder Würfel von etwa 2 Zentimetern schneiden.
- Mit 1 bis 2 Esslöffeln Öl, Salz, Paprikapulver und nach Geschmack Rosmarin oder Kreuzkümmel mischen.
- Mit Abstand auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen.
- Bei 200 °C etwa 25 bis 30 Minuten backen, nach der Hälfte der Zeit wenden.
Kochen
Geschälte Stücke in leicht gesalzenem Wasser etwa 15 bis 20 Minuten garen, kleine Würfel brauchen nur 10 bis 12 Minuten. Süßkartoffeln zerfallen schneller als Kartoffeln – deshalb rechtzeitig mit einem Messer prüfen. Dämpfen ist schonender und hält mehr Aroma in der Knolle.
Püree
Gekochte oder gedämpfte Süßkartoffeln gut abtropfen lassen, mit etwas Butter oder Olivenöl stampfen und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat abschmecken. Zitronenabrieb, Ingwer oder geröstete Nüsse passen gut. Milch nur sparsam zugeben, weil das Püree von Natur aus feucht ist.
Pommes frites
Süßkartoffel-Pommes werden schnell weich, weil die Knolle mehr Zucker und weniger Stärke enthält. Ein Trick hilft: Die Stifte nach dem Schneiden 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen, gut trocknen und dünn mit Speisestärke bestäuben. Anschließend mit wenig Öl bei 220 °C im Ofen oder in der Heißluftfritteuse backen und nicht übereinanderlegen.
Braten in der Pfanne
Kleine Würfel in einer beschichteten Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze unter Wenden etwa 12 bis 15 Minuten braten. Ein Deckel in den ersten Minuten sorgt dafür, dass sie innen weich werden, bevor sie außen bräunen. Zwiebeln und Paprika dazu ergeben eine schnelle Pfanne, ein Spiegelei obendrauf ein komplettes Gericht.
Drei einfache Rezeptideen
- Süßkartoffelsuppe: Zwiebel, Knoblauch und ein Stück Ingwer anschwitzen, 600 Gramm Süßkartoffelwürfel und 800 Milliliter Gemüsebrühe zugeben, 20 Minuten köcheln, mit 200 Millilitern Kokosmilch pürieren und mit Limettensaft abschmecken.
- Süßkartoffel-Curry: Süßkartoffeln mit Kichererbsen, Tomaten, Spinat, Currypaste und Kokosmilch etwa 20 Minuten schmoren, dazu Reis.
- Lauwarmer Salat: Ofenwürfel mit Rucola, Feta, roten Zwiebeln, Kürbiskernen und einem Dressing aus Olivenöl, Zitrone und Honig mischen.
Typische Fehler
- Zu lange kochen: Süßkartoffeln werden schneller weich als Kartoffeln und saugen sich voll Wasser. Für Püree lieber dämpfen oder im Ofen garen.
- Blech zu voll: Liegen Spalten dicht an dicht, dämpfen sie im eigenen Saft und werden nicht knusprig. Zwei Bleche nehmen oder in zwei Durchgängen backen.
- Zu viel Zucker im Rezept: Honig oder Ahornsirup verstärken die Süße und brennen bei hoher Hitze leicht an. Besser Salz, Chili, Limette oder Kräuter als Gegengewicht.
- Kalt gelagert: Aus dem Kühlschrank kommende Knollen bleiben beim Garen oft hart und schmecken bitter.
Nährwerte
100 Gramm Süßkartoffel liefern rund 85 bis 90 Kilokalorien, etwas mehr als gewöhnliche Kartoffeln. Auffällig ist der hohe Gehalt an Beta-Carotin in den orangen Sorten, das der Körper zu Vitamin A umwandelt. Dazu kommen Ballaststoffe, Kalium und Vitamin C. Da Beta-Carotin fettlöslich ist, sollte beim Zubereiten etwas Öl oder Butter dabei sein.
Einkauf und Lagerung
Gute Süßkartoffeln sind fest, haben eine glatte Schale ohne weiche oder schimmlige Stellen und keine Keime. Gelagert werden sie dunkel, trocken und bei etwa 12 bis 15 °C. Der Kühlschrank ist ungeeignet: Bei Kälte verändert sich das Fruchtfleisch, es wird hart und schmeckt bitter. Richtig gelagert halten Süßkartoffeln ein bis zwei Wochen. Angeschnittene Knollen in Folie gewickelt rasch verbrauchen.
Häufige Fragen
Ist die Süßkartoffel mit der Kartoffel verwandt?
Nein. Die Süßkartoffel ist ein Windengewächs, die Kartoffel ein Nachtschattengewächs. Beide sind nur entfernt verwandt.
Kann man die Schale der Süßkartoffel mitessen?
Ja, die Schale ist essbar. Sie sollte gründlich abgebürstet werden, am besten bei Bio-Ware.
Wie lange müssen Süßkartoffeln in den Ofen?
Ganze Knollen etwa 45 bis 60 Minuten bei 200 °C, Spalten oder Würfel etwa 25 bis 30 Minuten.
Darf man Süßkartoffeln roh essen?
In kleinen Mengen ja, etwa fein geraspelt im Salat. Gegart sind sie bekömmlicher und süßer.



