Der Adventskalender verkürzt vor allem Kindern die Wartezeit bis Weihnachten. Fast alle Kalender beginnen am 1. Dezember und enden mit dem 24. Türchen an Heiligabend – unabhängig davon, wann der erste Advent ist. Fertige Kalender gibt es überall zu kaufen. Persönlicher ist ein selbst gebastelter: Er lässt sich jedes Jahr wiederverwenden und mit Dingen füllen, die wirklich zum Beschenkten passen. Im Grunde braucht es nur zwei Dinge: 24 kleine Behälter und eine Idee, wie man sie anordnet.
Kurze Geschichte des Adventskalenders
Lange bevor es gedruckte Kalender gab, zählten Familien die Tage bis Weihnachten auf einfache Weise: mit 24 Kreidestrichen an der Tür, von denen jeden Tag einer weggewischt wurde, oder mit Strohhalmen, die Kinder für jede gute Tat in die Krippe legen durften. 1839 hängte der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern im „Rauhen Haus“, einem Heim für Kinder und Jugendliche, einen Holzreifen mit Kerzen für jeden Tag auf – den Vorläufer des Adventskranzes.
Als Erfinder des gedruckten Adventskalenders gilt der Münchner Verleger Gerhard Lang. Anfang des 20. Jahrhunderts brachte er Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und Aufkleben heraus, später Kalender mit Türchen. Kalender mit Schokolade kamen in den 1950er-Jahren in Mode. Heute gibt es Varianten mit Tee, Kosmetik, Spielzeug oder Werkzeug.
Bevor es losgeht: Planung
- Für wen? Kleine Kinder brauchen robuste Behälter und keine verschluckbaren Teile. Für Kinder unter drei Jahren keine Kleinteile verwenden.
- Wie groß sind die Füllungen? Erst überlegen, was hineinkommt, dann die Behälter wählen. Ein Buch passt nicht in eine Streichholzschachtel.
- Wo hängt oder steht er? An der Wand, am Fenster, auf dem Regal oder auf dem Tisch – davon hängt ab, ob eine Schnur, ein Brett oder eine Kiste besser ist.
- Zeit einplanen: 24 Säckchen zu befüllen und zu beschriften dauert länger als gedacht. Am besten Mitte November anfangen.
Fünf Bastelideen mit Anleitung
1. Säckchen an der Schnur
Die einfachste und flexibelste Variante.
Material: 24 kleine Stoff- oder Papiersäckchen, eine stabile Kordel oder ein Juteband (etwa 2 bis 3 Meter), 24 Wäscheklammern, Zahlenanhänger oder Aufkleber von 1 bis 24.
- Kordel quer durchs Zimmer, über einen Türrahmen, an einen Ast oder unter ein Regal spannen.
- Säckchen befüllen und zubinden.
- Zahlen anbringen – gemischt aufgehängt wird die Suche spannender.
- Mit Wäscheklammern an der Kordel befestigen. Ein paar Tannenzweige oder Zapfen dazwischen machen die Girlande festlich.
Für kleine Kinder, die noch keine Zahlen lesen können, funktionieren Säckchen in verschiedenen Farben oder mit Bildern.
2. Kalender aus Klopapierrollen
Material: 24 leere Papprollen, Geschenk- oder Tonpapier, Kleber, Schere, Stifte oder Zahlenstempel, ein Schuhkarton oder Holzbrett.
- Rollen mit Papier bekleben oder bemalen.
- Ein Ende jeder Rolle nach innen falten, sodass ein Boden entsteht. Befüllen und das andere Ende genauso schließen – das ergibt kleine Päckchen mit gewölbten Enden.
- Nummerieren.
- Rollen stehend in einen Schuhkarton stellen oder liegend zu einer Pyramide in Tannenbaumform auf ein Brett kleben.
3. Streichholzschachtel-Kommode
Material: 24 leere Streichholzschachteln, Pappe als Rückwand, Bastelkleber, Papier zum Bekleben, kleine Musterbeutelklammern oder Perlen als Griffe.
- Je vier oder sechs Schachteln übereinander zu Säulen kleben, die Säulen nebeneinander auf die Pappe setzen.
- Das ganze „Möbel“ außen bekleben, die Schubladen einzeln verzieren.
- Griffe anbringen: mit einer Nadel ein Loch stechen und eine Musterbeutelklammer oder eine aufgefädelte Perle befestigen.
- Zahlen aufmalen und mit kleinen Dingen wie Ringen, Stickern oder Zettelbotschaften füllen.
4. Papiertüten mit Zahlenstempel
Material: 24 Butterbrot- oder Papiertüten, Zahlenstempel oder dicker Stift, Locher, Band oder Mini-Wäscheklammern.
- Tüten mit 1 bis 24 bestempeln oder beschriften, nach Belieben mit Sternen oder Tannen verzieren.
- Befüllen, oben zweimal umfalten.
- Lochen und mit Band zubinden oder einfach mit einer Klammer verschließen.
- Aufhängen oder in einen Korb legen – ein Adventskalender-Korb ist die schnellste Variante überhaupt.
5. Tanne aus Sperrholz
Aufwendiger, aber ein Kalender für viele Jahre.
Material: Sperrholzplatte (etwa 6 mm, ca. 60 × 80 cm), Stichsäge oder Zuschnitt im Baumarkt, Schleifpapier, Farbe oder Beize, 24 Schraubhaken, Filz oder Stoff nach Wunsch.
- Eine Tanne, ein Haus oder einen Schneemann auf die Platte zeichnen und aussägen.
- Kanten glatt schleifen, die Figur streichen oder locker mit Filz bekleben.
- Die Haken gleichmäßig verteilt einschrauben, kleine Zahlenschilder darunter kleben.
- Säckchen oder Päckchen an die Haken hängen.
Noch einfacher: ein kleines Tannenbäumchen im Topf kaufen und die Päckchen an seine Zweige hängen. Nach Weihnachten kann es in den Garten.
Füllideen ohne Süßigkeiten
Für Kinder
- Sticker, Radiergummis, Haargummis, Murmeln
- Puzzleteile, die am 24. Dezember ein ganzes Bild ergeben
- Kleine Rätsel oder ein Hinweis für eine Schatzsuche
- Gutscheine: „Heute darfst du das Abendessen aussuchen“, „Eine Stunde länger aufbleiben“, „Gemeinsam Plätzchen backen“
- Figuren für eine Krippe oder ein Winterdorf, das Tag für Tag wächst
Für Erwachsene
- Einzelne Teesorten, Kaffeeproben, Gewürzmischungen
- Handcreme, Lippenpflege, Badesalz in Probiergröße
- Samentütchen für Kräuter und Blumen
- Kurze Briefe mit gemeinsamen Erinnerungen
- Gutscheine für Kino, Spaziergang, Frühstück im Bett
Nachhaltig basteln
Ein selbst gemachter Kalender kann fast ohne neuen Einkauf entstehen. Gut geeignet sind Reste aus dem Haushalt: Papprollen, Eierkartons, leere Marmeladengläser, Stoffreste, alte Zeitungen oder Notenblätter als Einwickelpapier. Statt Klebeband halten Kordel, Bast und Wäscheklammern. Stoffsäckchen und Gläser sind über viele Jahre wiederverwendbar, und Füllungen wie Gutscheine oder selbst gebackene Plätzchen erzeugen keinen Müll.
Tipps für die Umsetzung
- Kleine Mitbringsel über das Jahr sammeln – das spart Geld und Stress im November.
- Größere Füllungen für die Sonntage und den 24. Dezember vorsehen.
- Bei Geschwistern zwei Kalender in unterschiedlichen Farben basteln oder abwechselnd öffnen lassen – das vermeidet Streit.
- Stoffsäckchen und Holzkalender nach Weihnachten gut verpackt lagern; im nächsten Jahr müssen sie nur neu gefüllt werden.
Häufige Fragen
Wann beginnt der Adventskalender?
Am 1. Dezember. Er hat 24 Türchen und endet an Heiligabend. Es gibt auch Kalender, die mit dem ersten Advent beginnen, die sind aber selten.
Was ist die schnellste Bastelidee?
24 Papiertüten nummerieren, befüllen, zuklammern und in einen Korb legen – das ist in einer Stunde erledigt.
Wer hat den Adventskalender erfunden?
Als Erfinder des gedruckten Adventskalenders gilt der Münchner Verleger Gerhard Lang zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Vorher zählte man die Tage zum Beispiel mit Kreidestrichen.
Was kommt in einen Adventskalender für Kinder?
Kleine Spielsachen, Sticker, Rätsel und Gutscheine für gemeinsame Zeit. Für Kleinkinder nur Dinge ohne verschluckbare Teile.



