Schweden zahlt mit der Schwedischen Krone. Das Land gehört zwar seit 1995 zur Europäischen Union, hat den Euro aber nie eingeführt. Für Reisende ist das kaum ein Problem: In kaum einem Land Europas wird so selten mit Bargeld bezahlt wie in Schweden.
Wer eine Reise nach Stockholm, Göteborg, Malmö oder in die Wälder Smålands plant, sollte trotzdem ein paar Dinge über die Krone wissen. Es geht um die Frage, ob Bargeld überhaupt noch nötig ist, wo man Geld abhebt und wie sich unnötige Gebühren beim Bezahlen mit Karte vermeiden lassen.
Die Schwedische Krone im Überblick
Die offizielle Währung heißt auf Schwedisch svensk krona, in der Mehrzahl kronor. Das internationale Kürzel lautet SEK, auf Preisschildern steht meist einfach „kr“ hinter dem Betrag. Eine Krone ist in 100 Öre unterteilt. Öre tauchen heute nur noch bei Kartenzahlungen und auf Kassenbons auf, als Münzen gibt es sie nicht mehr.
Herausgegeben wird die Krone von der Sveriges Riksbank. Sie wurde 1668 gegründet und gilt als älteste noch bestehende Zentralbank der Welt. Die Krone selbst gibt es seit 1873. Damals gründeten Schweden und Dänemark die Skandinavische Münzunion, Norwegen trat zwei Jahre später bei. Deshalb heißen die Währungen in Dänemark und Norwegen bis heute ebenfalls Krone, sind aber jeweils eigenständig. Dänische oder norwegische Kronen werden in Schweden nicht angenommen.
Münzen und Banknoten
Münzen
Im Umlauf sind vier Münzen:
- 1 Krone
- 2 Kronen
- 5 Kronen
- 10 Kronen
Die letzte Öre-Münze, das 50-Öre-Stück, wurde 2010 abgeschafft. Wer bar bezahlt, bekommt den Betrag deshalb auf ganze Kronen gerundet. Bei Kartenzahlung wird dagegen auf den Öre genau abgebucht.
Banknoten
Die aktuelle Banknotenserie kam 2015 und 2016 in Umlauf. Jeder Schein zeigt eine bekannte schwedische Persönlichkeit aus Kultur oder Politik:
- 20 Kronen: Astrid Lindgren, Kinderbuchautorin („Pippi Langstrumpf“)
- 50 Kronen: Evert Taube, Liedermacher und Dichter
- 100 Kronen: Greta Garbo, Schauspielerin
- 200 Kronen: Ingmar Bergman, Regisseur
- 500 Kronen: Birgit Nilsson, Opernsängerin
- 1000 Kronen: Dag Hammarskjöld, früherer UN-Generalsekretär
Ältere Scheine und Münzen aus der Zeit vor der Umstellung sind ungültig. Wer noch Kronen von einer früheren Reise in der Schublade hat, sollte vorher prüfen, ob sie zur neuen Serie gehören. Alte Scheine können nur noch über die Riksbank gegen Gebühr und mit Antrag umgetauscht werden.
Warum Schweden keinen Euro hat
Rein rechtlich hat sich Schweden mit dem EU-Beitritt 1995 verpflichtet, den Euro irgendwann einzuführen. Eine feste Frist gibt es aber nicht. Am 14. September 2003 stimmten die Schweden in einer Volksabstimmung über die Einführung ab. Rund 56 Prozent sagten Nein, nur etwa 42 Prozent Ja.
Seitdem bleibt Schweden bewusst außerhalb des Wechselkursmechanismus II, den ein Land vor dem Euro-Beitritt mindestens zwei Jahre durchlaufen müsste. Damit erfüllt Schweden eine der Bedingungen absichtlich nicht. Die Regierung kann so ihre eigene Geldpolitik behalten, und die Riksbank legt den Leitzins selbst fest. Ob es eine neue Abstimmung gibt, ist offen. Bis dahin bleibt die Krone die einzige offizielle Währung.
Schweden ist fast bargeldlos
Schweden gilt als eines der bargeldärmsten Länder der Welt. Im Alltag wird fast alles mit Debit- oder Kreditkarte bezahlt, oft kontaktlos per Karte, Smartphone oder Smartwatch. Das gilt für den Supermarkt genauso wie für den Kaffee am Bahnhof, den Bus in Stockholm oder den Eintritt ins Vasa-Museum.
Viele Geschäfte, Cafés und sogar manche Kirchen nehmen gar kein Bargeld mehr an. Erkennbar ist das am Schild „Kontantfritt“ oder „Vi tar ej kontanter“ (wir nehmen kein Bargeld). Im öffentlichen Nahverkehr der großen Städte lassen sich Tickets oft nur noch per Karte oder App kaufen.
Unter Schweden ist die App Swish verbreitet, mit der man Geld von Handy zu Handy schickt, etwa auf dem Flohmarkt oder beim Verein. Swish setzt allerdings ein schwedisches Bankkonto und eine schwedische Personennummer voraus. Für Urlauber ist die App deshalb in der Regel nicht nutzbar. Mit einer gängigen Karte von Visa oder Mastercard kommt man aber fast überall ans Ziel.
Geld abheben und wechseln
Ganz ohne Bargeld geht es trotzdem nicht immer, zum Beispiel an manchen Hofläden, auf kleinen Campingplätzen oder bei privaten Verkäufen. Für solche Fälle reichen meist wenige hundert Kronen.
Ein Geldautomat heißt in Schweden „Bankomat“ oder „Uttagsautomat“. Die Automaten stehen an Bahnhöfen, Flughäfen und in Einkaufszentren. In kleineren Orten kann der nächste Automat aber ein Stück entfernt sein, weil viele Banken ihre Filialen geschlossen haben. Mit der Girocard funktioniert das Abheben nur, wenn sie das Maestro- oder V-Pay-Zeichen trägt oder eine Debit-Karte von Visa oder Mastercard ist. Vor der Reise bei der eigenen Bank nachfragen, welche Gebühren für Abhebungen außerhalb der Eurozone anfallen.
Wechselstuben gibt es an den großen Flughäfen wie Stockholm-Arlanda, Göteborg-Landvetter und in den Innenstädten. Am bekanntesten ist die Kette Forex. Banken in Schweden tauschen oft kein Bargeld mehr. Der Kurs in Wechselstuben ist meist schlechter als beim Abheben am Automaten oder bei der Kartenzahlung.
So vermeidet man unnötige Gebühren
Der wichtigste Tipp: immer in Kronen bezahlen. Kartenterminals und Geldautomaten bieten ausländischen Kunden oft an, den Betrag gleich in Euro abzurechnen. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung (Dynamic Currency Conversion, DCC) klingt bequem, enthält aber meist einen deutlich schlechteren Kurs. Wer „SEK“ oder „Kronen“ wählt, überlässt die Umrechnung der eigenen Bank.
- Vor der Reise prüfen, ob die eigene Karte Auslandseinsatzentgelte kostet; manche Kreditkarten verzichten darauf.
- Lieber einmal einen größeren Betrag abheben als mehrmals kleine Beträge, wenn pro Abhebung Gebühren anfallen.
- Eine zweite Karte getrennt aufbewahren, falls die erste gesperrt wird oder verloren geht.
- Euro-Bargeld wird nur vereinzelt angenommen, etwa in grenznahen Orten oder Touristengeschäften, und dann meist zu einem ungünstigen Kurs.
- Smartphone und Karte für Zahlungen im Ausland freischalten, falls die Bank das verlangt.
Wer diese Punkte beachtet, braucht für einen Schwedenurlaub kaum Vorbereitung beim Geld. Eine funktionierende Karte, etwas Bargeld als Reserve und der Blick auf das Terminal beim Bezahlen reichen in den meisten Fällen völlig aus.
Häufige Fragen
Welche Währung hat Schweden?
Schweden hat die Schwedische Krone (SEK). Eine Krone hat 100 Öre. Den Euro hat Schweden trotz EU-Mitgliedschaft nicht eingeführt.
Kann man in Schweden mit Euro bezahlen?
Nur ausnahmsweise, etwa in einzelnen Hotels oder Souvenirläden. Der Kurs ist dann meist ungünstig. Einfacher ist die Zahlung mit Karte in Kronen.
Braucht man in Schweden Bargeld?
Kaum. Fast überall wird mit Karte oder Smartphone bezahlt, viele Läden sind ganz bargeldfrei. Ein kleiner Betrag in Kronen hilft bei Hofläden, Märkten oder kleinen Campingplätzen.
Gelten dänische oder norwegische Kronen in Schweden?
Nein. Die drei Kronen haben zwar einen gemeinsamen Ursprung in der Skandinavischen Münzunion von 1873, sind heute aber getrennte Währungen mit eigenen Kursen.



