Was verdient eine Krankenschwester in der Schweiz

Was verdient eine Krankenschwester in der Schweiz

Eine diplomierte Pflegefachfrau verdient in der Schweiz bei Vollzeit im Mittel rund 7.400 Franken brutto im Monat, den anteiligen 13. Monatslohn eingerechnet. Das geht aus Schätzungen des Bundesamts für Statistik für 2018 hervor, die das Bundesamt für Gesundheit veröffentlicht hat. Zu Berufsbeginn sind es rund 6.600 Franken, nach 20 Berufsjahren etwa 8.700 Franken.

Damit liegt der Pflegelohn etwas über dem Medianlohn aller Beschäftigten in der Schweiz, der im selben Jahr bei 6.538 Franken lag. Für Pflegekräfte aus Deutschland oder Österreich wirken die Beträge hoch. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt aber stark von Kanton, Arbeitgeber und Lebenshaltungskosten ab.

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Wie der Beruf in der Schweiz heißt

Die Bezeichnung „Krankenschwester“ ist in der Schweiz wie in Deutschland veraltet. Heute gibt es zwei Ausbildungswege zur diplomierten Fachkraft:

  • Dipl. Pflegefachfrau / Pflegefachmann HF: dreijährige Ausbildung an einer Höheren Fachschule, die in der Schweiz verbreitetste Form.
  • Pflegefachfrau / Pflegefachmann FH (Bachelor of Science in Pflege): Studium an einer Fachhochschule.

Darunter gibt es die Fachfrau oder den Fachmann Gesundheit (FaGe), eine dreijährige Berufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, sowie Assistenzberufe. Diese Berufe verdienen deutlich weniger als diplomierte Pflegefachpersonen.

Was Pflegefachpersonen verdienen

Die folgenden Werte sind Medianlöhne für eine Vollzeitstelle, brutto pro Monat, einschließlich eines Zwölftels des 13. Monatslohns. Sie stammen aus Schätzungen des Bundesamts für Statistik (BFS) für 2018, veröffentlicht vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Zusammenhang mit der Pflegeinitiative.

Gruppe Medianlohn brutto pro Monat
Diplomierte Pflegefachpersonen, Berufsbeginn rund 6.600 CHF
Diplomierte Pflegefachpersonen, gesamt rund 7.400 CHF
Diplomierte Pflegefachpersonen, 20 und mehr Berufsjahre rund 8.700 CHF
Alle Beschäftigten in der Schweiz 6.538 CHF

Median bedeutet: Die Hälfte verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Einzelne Stellen können also deutlich darüber oder darunter liegen. Neuere Löhne können durch Lohnrunden der Arbeitgeber davon abweichen. Aktuelle Zahlen für eine konkrete Region liefert der Lohnrechner Salarium des BFS, und verbindlich sind die Lohntabellen des jeweiligen Arbeitgebers oder Kantons.

Wovon der Lohn abhängt

Kanton und Region

Die Lohnunterschiede innerhalb der Schweiz sind groß. In den Kantonen Zürich, Basel-Stadt und Genf liegen die Löhne in der Regel höher, im Tessin und in Teilen der Westschweiz und des Wallis tiefer. Höhere Löhne gehen dabei oft mit höheren Mieten einher.

Arbeitgeber

Öffentliche Spitäler und Universitätsspitäler zahlen meist nach kantonalen Lohnklassen mit festen Stufen für Berufsjahre. Private Kliniken, Pflegeheime und die Spitex (ambulante Pflege) haben eigene Lohnsysteme. Ein Teil der Beschäftigten ist durch einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abgesichert, der Mindestlöhne und Zulagen festlegt.

Zulagen

Zum Grundlohn kommen je nach Arbeitgeber Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie für Pikettdienst (Bereitschaft). Bei Schichtarbeit kann das monatlich einige hundert Franken ausmachen.

Weiterbildung

Mit einem Nachdiplomstudium (NDS HF) in Intensiv-, Anästhesie- oder Notfallpflege steigt der Lohn in der Regel deutlich. Auch Leitungsfunktionen wie Stationsleitung oder Pflegeexpertise mit Masterabschluss werden besser bezahlt.

Arbeitszeit und Ferien

Beim Vergleich mit Deutschland zählt auch die Arbeitszeit. Eine Vollzeitstelle umfasst in Schweizer Spitälern häufig 41 bis 42 Stunden pro Woche, also mehr als in vielen deutschen Tarifverträgen. Gesetzlich stehen Erwachsenen mindestens vier Wochen Ferien im Jahr zu, viele Spitäler gewähren fünf Wochen oder mehr. Teilzeit ist in der Pflege weit verbreitet, die Lohnangaben beziehen sich aber auf eine volle Stelle.

Was vom Bruttolohn bleibt

Vom Bruttolohn gehen in der Schweiz die Sozialabgaben ab:

  • AHV/IV/EO (Alters-, Invaliden- und Erwerbsersatzversicherung)
  • ALV (Arbeitslosenversicherung)
  • Pensionskasse (berufliche Vorsorge), je nach Alter und Kasse
  • Nichtberufsunfallversicherung

Zusammen sind das häufig rund 12 bis 15 Prozent. Anders als in Deutschland ist die Krankenversicherung nicht im Lohnabzug enthalten. Jede Person schließt eine obligatorische Grundversicherung selbst ab und zahlt die Prämie privat. Je nach Kanton, Modell und Franchise sind das mehrere hundert Franken im Monat. Steuern werden bei Schweizerinnen und Schweizern meist nicht direkt vom Lohn abgezogen, bei ausländischen Beschäftigten ohne Niederlassung dagegen als Quellensteuer.

Lebenshaltungskosten

Die Schweiz gehört zu den teuersten Ländern Europas. Mieten, Lebensmittel, Restaurantbesuche und Kinderbetreuung kosten deutlich mehr als in Deutschland. Wer einen Wechsel plant, sollte den Lohn deshalb nicht nur umrechnen, sondern ein konkretes Monatsbudget für den Zielort aufstellen.

Grenzgänger

Viele Pflegekräfte aus Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich arbeiten als Grenzgänger in Spitälern nahe der Grenze, etwa in Basel, Schaffhausen, Kreuzlingen, Genf oder im Tessin. Sie verdienen Schweizer Löhne, wohnen aber im günstigeren Nachbarland. Für die Besteuerung gelten die Doppelbesteuerungsabkommen, die sich je nach Land unterscheiden.

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Mit ausländischem Diplom in der Schweiz arbeiten

Wer eine Pflegeausbildung im Ausland abgeschlossen hat, braucht eine Anerkennung des Diploms. Zuständig ist das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) im Auftrag des Bundes. Für Abschlüsse aus EU- und EFTA-Staaten ist das Verfahren durch das Freizügigkeitsabkommen vereinfacht. Je nach Ausbildung können Ausgleichsmaßnahmen nötig sein. Für die Arbeit in der Deutschschweiz verlangen Arbeitgeber gute Deutschkenntnisse, Schweizerdeutsch lernt man im Alltag.

Die Pflegeinitiative

Am 28. November 2021 nahm die Schweizer Stimmbevölkerung die Volksinitiative „Für eine starke Pflege“ an. Bund und Kantone sollen damit mehr Pflegefachpersonen ausbilden, die Arbeitsbedingungen verbessern und die Pflege stärker anerkennen. Die Umsetzung erfolgt in Etappen. Die erste Etappe, eine Ausbildungsoffensive, läuft seit 2024. Weitere Schritte betreffen Arbeitsbedingungen wie Dienstplanung und Personalschlüssel.

Häufige Fragen

Wie viel verdient eine Pflegefachfrau in der Schweiz zum Einstieg?

Laut BFS-Schätzung für 2018 lag der Medianlohn zu Berufsbeginn bei rund 6.600 Franken brutto im Monat bei Vollzeit, inklusive anteiligem 13. Monatslohn.

Gibt es in der Schweiz einen 13. Monatslohn in der Pflege?

In Spitälern und bei öffentlichen Arbeitgebern ist er üblich. Ob er gezahlt wird, regelt der Arbeitsvertrag oder der Gesamtarbeitsvertrag.

Wer erkennt ein deutsches Pflegeexamen an?

Das Schweizerische Rote Kreuz. Für Abschlüsse aus der EU gilt ein vereinfachtes Verfahren.

Lohnt sich der Wechsel in die Schweiz finanziell?

Oft ja, aber nicht automatisch. Höhere Mieten und die selbst bezahlte Krankenversicherung zehren einen Teil des Lohnvorteils auf. Ein Budget für den konkreten Wohnort schafft Klarheit.