Was verdient ein Koch

Was verdient ein Koch

Ein ausgebildeter Koch in Vollzeit verdient in Deutschland im Mittel gut 3.000 Euro brutto im Monat. Wie viel es am Ende wirklich ist, hängt stark vom Bundesland, vom Betrieb, von der Position in der Küche und von Zuschlägen für Abend-, Sonntags- und Feiertagsarbeit ab.

Kochen ist für viele ein Hobby. Wer daraus einen Beruf macht, bekommt einen kreativen, handwerklichen Job mit guten Chancen im In- und Ausland, aber auch mit langen Tagen, Hitze und Arbeit, wenn andere frei haben. Dieser Ratgeber zeigt, was Köchinnen und Köche verdienen, wovon das Gehalt abhängt und wie man mehr erreicht.

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Gehalt in Zahlen: Was Köche im Mittel verdienen

Die verlässlichste Quelle für Löhne in Deutschland ist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Er wertet die Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung aus, also echte Gehälter statt Umfragen oder Stellenanzeigen. Für Köchinnen und Köche auf Fachkraftniveau (abgeschlossene Ausbildung) und in Vollzeit nennt er für 2025 folgende Werte:

Kennzahl Bruttomonatsentgelt
Median (die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger) 3.018 €
Unteres Viertel verdient höchstens 2.563 €
Oberes Viertel verdient mindestens 3.581 €
Beschäftigte unter 25 Jahren (Median) 2.685 €
Beschäftigte ab 55 Jahren (Median) 3.106 €

Erfasst sind rund 127.000 Vollzeitbeschäftigte in diesem Beruf. Der Abstand zwischen Einsteigern und erfahrenen Kräften ist kleiner als in vielen Büroberufen: Mehr Geld bringt in der Küche vor allem der Aufstieg in eine Leitungsposition, nicht allein die Zahl der Berufsjahre. Männer kommen im Median auf 3.057 Euro, Frauen auf 2.875 Euro.

Das „kein Sternekoch verdient mehr als 2.000 Euro“, das man früher oft las, gilt heute nicht mehr. Schon der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde (seit Januar 2026) ergibt bei 40 Wochenstunden rund 2.400 Euro brutto.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Wo man kocht, macht viel aus. Im Süden und Westen liegen die mittleren Gehälter deutlich über denen im Osten:

  • Bayern: 3.180 €
  • Hessen: 3.156 €
  • Baden-Württemberg: 3.131 €
  • Nordrhein-Westfalen: 3.079 €
  • Berlin: 2.946 €
  • Brandenburg: 2.760 €
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2.728 €
  • Sachsen: 2.673 €

Die Werte sind Mediane für Fachkräfte in Vollzeit laut Entgeltatlas. Zwischen Bayern und Sachsen liegen also rund 500 Euro im Monat. Höhere Mieten in Ballungsräumen wie München oder Frankfurt fressen einen Teil des Vorsprungs aber wieder auf.

Wovon das Gehalt noch abhängt

Art des Betriebs

Ein Koch im Krankenhaus, in einer Betriebskantine oder bei einem großen Caterer arbeitet oft nach Tarif oder in festen Gehaltsbändern, mit planbaren Diensten und seltener am Abend. Im Hotel und in der gehobenen Gastronomie ist die Spanne breiter: Ein kleines Landgasthaus zahlt häufig knapp über Mindestlohn, ein Fünf-Sterne-Hotel oder ein Restaurant mit Michelin-Stern zahlt für erfahrene Postenchefs deutlich mehr. Kreuzfahrtreedereien bieten oft freie Unterkunft und Verpflegung an Bord, verlangen dafür aber Verträge über mehrere Monate am Stück und sehr lange Arbeitstage.

Tarifbindung

Die Tarifverträge im Gastgewerbe handeln der Branchenverband DEHOGA und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für jedes Bundesland einzeln aus. Sie legen Mindestgehälter je Entgeltgruppe, Urlaub und teils Zuschläge fest. Ob der Tarif gilt, steht im Arbeitsvertrag; viele kleine Betriebe sind nicht tarifgebunden.

Zuschläge

Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit erhöhen das Einkommen spürbar. Sie sind in bestimmten Grenzen steuerfrei (nach § 3b Einkommensteuergesetz), etwa 25 Prozent für Nachtarbeit, 50 Prozent für Sonntagsarbeit und 125 Prozent an gesetzlichen Feiertagen, jeweils bezogen auf den Grundlohn bis 50 Euro pro Stunde. Netto bleibt davon also mehr übrig als vom normalen Gehalt.

Karriere in der Küche: Vom Commis zum Küchenchef

Größere Küchen sind nach dem klassischen Postensystem organisiert. Mit jeder Stufe steigen Verantwortung und Gehalt:

  1. Commis de Cuisine (Jungkoch): arbeitet nach der Ausbildung auf einem Posten mit, bereitet vor und lernt die Abläufe.
  2. Demi-Chef de Partie: vertritt den Postenchef und übernimmt einen Posten zeitweise allein.
  3. Chef de Partie (Postenchef): leitet einen Bereich wie Saucen (Saucier), Fisch (Poissonnier), Beilagen und Gemüse (Entremetier) oder Patisserie und weist Commis und Auszubildende an.
  4. Sous-Chef: stellvertretender Küchenchef, plant Dienste, bestellt Waren, leitet den Pass im Service.
  5. Küchenchef (Chef de Cuisine): verantwortet Speisekarte, Wareneinsatz, Kalkulation, Hygiene und Personal. In großen Hotels gibt es darüber noch den Executive Chef.

Als Sous-Chef oder Küchenchef verdient man in der Regel deutlich über dem Median der Fachkräfte. Wie viel, hängt stark von Größe und Umsatz des Hauses ab.

Ausbildung und Weiterbildung

Die Ausbildung zum Koch beziehungsweise zur Köchin dauert drei Jahre und läuft dual: im Betrieb und in der Berufsschule. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sie sich verkürzen. Die Ausbildungsvergütung steht im Tarifvertrag des jeweiligen Bundeslands; ohne Tarif gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, für Ausbildungen mit Beginn 2026 sind das 724 Euro im ersten Lehrjahr.

Wer weiterkommen will, hat mehrere Wege:

  • Küchenmeister/in (IHK): Aufstiegsfortbildung mit Prüfung vor der IHK, berechtigt zur Ausbildung und bereitet auf Leitungsaufgaben vor. Das Aufstiegs-BAföG übernimmt einen großen Teil der Kurs- und Prüfungskosten.
  • Staatlich geprüfte/r Gastronom/in: zweijährige Fachschule mit Schwerpunkt Betriebsführung, Einkauf und Personal.
  • Diätkoch/Diätköchin: Fortbildung für Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Seniorenheime, wo Kostformen bei Diabetes, Allergien oder nach Operationen gefragt sind.
  • Studium: etwa Hotel- und Gastronomiemanagement oder Ökotrophologie für den Wechsel ins Management.

Arbeitsalltag: Was den Beruf ausmacht

Ein typischer Restauranttag beginnt am späten Vormittag mit der Vorbereitung (Mise en place): Gemüse schneiden, Fonds ansetzen, Saucen und Beilagen vorbereiten. Nach dem Mittagsservice folgt oft eine Pause von zwei bis drei Stunden, dann geht es bis in den späten Abend weiter. Solche geteilten Dienste sind in der Gastronomie üblich. Dazu kommen Arbeit an Wochenenden und Feiertagen, Hitze am Herd, langes Stehen und Zeitdruck, wenn viele Bestellungen gleichzeitig hereinkommen.

Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen, Schulen und Kliniken bietet dagegen meist regelmäßige Tagdienste und freie Wochenenden, dafür weniger kreativen Spielraum.

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Arbeiten im Ausland und in der Saison

Deutsche Köche sind im Ausland gefragt. Besonders beliebt sind die Schweiz und Österreich: In der Schweiz liegen die Löhne deutlich höher als in Deutschland, allerdings auch die Lebenshaltungskosten. Saisonstellen in Skigebieten und Urlaubsregionen, etwa in Tirol, Graubünden, an der Nord- und Ostsee oder auf Kreuzfahrtschiffen, bieten oft Personalzimmer und Verpflegung, sodass man in einer Saison gut sparen kann. Für Stellen außerhalb der EU braucht man ein Arbeitsvisum; gute Englischkenntnisse helfen überall.

Selbstständig als Koch

Wer eigene Ideen umsetzen will, kann sich selbstständig machen. Für ein Restaurant braucht man eine Gaststättenerlaubnis (je nach Bundesland), eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz und meist viel Startkapital für Küche, Einrichtung und Miete. Günstigere Einstiege sind:

  • Foodtruck: mobile Küche für Märkte, Festivals und Firmengelände; nötig sind Reisegewerbekarte oder Standgenehmigungen der Gemeinden.
  • Catering und Partyservice: Aufträge für Hochzeiten, Firmenfeiern und Messen, ohne festen Gastraum.
  • Mietkoch und Kochkurse: Kochen in privaten Haushalten oder Kurse in Kochschulen und Volkshochschulen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

  • Vorteile: kreatives Handwerk mit sichtbarem Ergebnis, sehr gute Jobchancen wegen Fachkräftemangel, Arbeit weltweit möglich, klare Aufstiegsstufen, steuerfreie Zuschläge.
  • Nachteile: Gehalt unter dem Durchschnitt aller Berufe, Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit, körperliche Belastung durch Hitze und Stehen, Stress im Service, Familie und Freunde kommen oft zu kurz.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Koch netto?

Bei 3.018 Euro brutto bleiben in Steuerklasse I ohne Kinder grob rund 2.050 bis 2.100 Euro netto übrig, je nach Krankenkasse und Kirchensteuer. Steuerfreie Zuschläge erhöhen den Nettobetrag zusätzlich.

Was verdient ein Koch in der Ausbildung?

Das regelt der Tarifvertrag des Bundeslands. Ohne Tarifbindung gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, für einen Ausbildungsbeginn 2026 mindestens 724 Euro im ersten Jahr, mit Steigerungen im zweiten und dritten Jahr.

Wo verdienen Köche am meisten?

In Deutschland in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg sowie in Spitzenhotels und großen Leitungspositionen. Im Ausland zahlt vor allem die Schweiz deutlich mehr.

Lohnt sich der Küchenmeister?

Für alle, die Sous-Chef oder Küchenchef werden, ausbilden oder sich selbstständig machen wollen, ja. Der Abschluss öffnet Leitungsstellen, und das Aufstiegs-BAföG senkt die Kosten deutlich.