Was sind die Big Five

Was sind die Big Five

Die Big Five sind fünf große Wildtiere Afrikas: Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe und Leopard. Der Begriff stammt aus der Großwildjagd. Heute steht er für das Safari-Ziel, alle fünf in freier Wildbahn zu sehen.

Wer eine Safari bucht, liest fast überall von den Big Five. Dieser Ratgeber erklärt, woher der Begriff kommt, was die fünf Tiere auszeichnet, wie es um ihren Bestand steht und in welchen Nationalparks die Chancen am besten sind, alle fünf zu entdecken.

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Woher der Begriff kommt

Der Ausdruck „Big Five“ entstand im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter Großwildjägern im südlichen und östlichen Afrika. Gemeint waren nicht die größten Tiere des Kontinents, sonst gehörten Flusspferd und Giraffe dazu, sondern die fünf Arten, die zu Fuß als am schwierigsten und gefährlichsten zu jagen galten: Sie können angreifen, wenn sie verletzt oder in die Enge getrieben werden. Mit dem Wandel vom Jagd- zum Fototourismus wurde der Begriff übernommen. Heute ist er vor allem ein Werbebegriff von Safari-Veranstaltern und Nationalparks.

In Südafrika sind die Big Five sogar auf dem Geld zu sehen: Auf der Rückseite der Rand-Banknoten sind Nashorn (10 Rand), Elefant (20 Rand), Löwe (50 Rand), Büffel (100 Rand) und Leopard (200 Rand) abgebildet.

Die fünf Tiere im Porträt

Afrikanischer Elefant

Der Afrikanische Savannenelefant ist das größte Landtier der Erde. Bullen erreichen eine Schulterhöhe von über drei Metern und wiegen bis zu sechs Tonnen. Elefanten leben in Familiengruppen, die von einer erfahrenen Leitkuh geführt werden, und brauchen täglich große Mengen Pflanzen und Wasser. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Savannenelefanten seit 2021 als stark gefährdet ein, den kleineren Waldelefanten sogar als vom Aussterben bedroht. Hauptgründe sind Wilderei für Elfenbein und der Verlust von Lebensraum. Große Bestände leben heute in Botswana, Simbabwe und Tansania.

Nashorn

In Afrika gibt es zwei Arten. Das Breitmaulnashorn ist größer, grast mit seinem breiten Maul und lebt eher gesellig. Das Spitzmaulnashorn frisst Blätter und Zweige, ist scheuer und gilt als reizbarer. Wilderei für das Horn, das in Teilen Asiens als Medizin oder Statussymbol gehandelt wird, hat die Bestände stark dezimiert. Das Spitzmaulnashorn ist laut IUCN vom Aussterben bedroht, das Breitmaulnashorn potenziell gefährdet. Der größte Teil der verbliebenen Nashörner lebt in Südafrika, Namibia, Kenia und Simbabwe. Viele Parks halten die Standorte der Tiere aus Schutzgründen geheim.

Kaffernbüffel

Der Afrikanische Büffel wirkt wie ein gemütliches Rind, gilt aber als einer der gefährlichsten Gegner der Großwildjäger: Verletzte Tiere greifen an, und Herden verteidigen sich gemeinsam gegen Löwen. Büffel leben in Herden von wenigen Dutzend bis zu mehreren hundert Tieren und brauchen Wasser in der Nähe. Sie sind nach den anderen vier am leichtesten zu sehen. Die IUCN führt sie als potenziell gefährdet.

Löwe

Löwen sind die einzigen Großkatzen, die in Rudeln leben. Ein Rudel besteht aus mehreren verwandten Weibchen, ihren Jungen und einem oder wenigen Männchen. Die Weibchen übernehmen den größten Teil der Jagd, oft in der Dämmerung. Tagsüber dösen Löwen bis zu 20 Stunden im Schatten. Der Bestand in Afrika ist in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft; die IUCN stuft den Löwen als gefährdet ein.

Leopard

Der Leopard ist der schwierigste Kandidat der Big Five. Er lebt als Einzelgänger, jagt meist nachts und ruht tagsüber gut getarnt in Bäumen oder dichtem Gebüsch. Seine Beute zieht er oft in eine Astgabel, außer Reichweite von Löwen und Hyänen. Leoparden sind anpassungsfähig und kommen von Savannen über Bergwälder bis in die Nähe von Siedlungen vor. Auch sie gelten laut IUCN als gefährdet.

Wo man die Big Five sehen kann

Nicht jeder Park beherbergt alle fünf Arten. Gute Chancen auf alle Big Five bieten:

  • Krüger-Nationalpark und Sabi Sand (Südafrika): Der Krüger-Park ist rund 20.000 Quadratkilometer groß und auch auf eigene Faust mit dem Mietwagen befahrbar. Die privaten Reservate im angrenzenden Sabi Sand sind für Leoparden-Sichtungen besonders bekannt.
  • Serengeti und Ngorongoro-Krater (Tansania): Die Serengeti ist berühmt für die große Tierwanderung der Gnus und Zebras, der Krater bietet auf kleinem Raum hohe Tierdichte, einschließlich seltener Spitzmaulnashörner.
  • Masai Mara (Kenia): Fortsetzung der Serengeti, mit vielen Löwen und von Juli bis Oktober der Flussüberquerung der Gnus am Mara-Fluss.
  • Okavango-Delta und Chobe (Botswana): Wasserlandschaften mit sehr großen Elefantenbeständen; Nashörner wurden in einigen Gebieten wieder angesiedelt.
  • Südafrikanische Malaria-freie Reservate: etwa Pilanesberg oder Madikwe im Nordwesten, praktisch für Familien mit Kindern.

Im Etosha-Nationalpark in Namibia sieht man Elefanten, Nashörner, Löwen und Leoparden, Büffel fehlen dort aber. Mehr Ideen für Fernreisen finden sich in der Rubrik Reisen.

Tipps für die Safari

  • Reisezeit: In der Trockenzeit, im südlichen Afrika etwa von Mai bis Oktober, ist die Vegetation lichter und die Tiere sammeln sich an Wasserstellen.
  • Tageszeit: Die meisten Tiere sind am frühen Morgen und am späten Nachmittag aktiv. Viele Camps bieten auch Nachtfahrten an, auf denen Leoparden eher zu sehen sind.
  • Erfahrene Guides: Ranger und Fährtenleser wissen, wo sich Tiere aufhalten, und tauschen Sichtungen per Funk aus.
  • Ausrüstung: Fernglas, Kamera mit Teleobjektiv, gedeckte Kleidung, Sonnenschutz; gegebenenfalls Malariaprophylaxe nach ärztlicher Beratung.
  • Abstand halten: Im Fahrzeug sitzen bleiben, leise sein und Tiere nie bedrängen.

Little Five und Ugly Five

Als Gegenstück zu den Big Five erfanden Guides die Little Five: kleine Tiere, deren Namen an die großen erinnern. Dazu gehören Elefantenspitzmaus, Nashornkäfer, Büffelweber (ein Vogel), Ameisenlöwe (die Larve einer Netzflüglerart) und Leopardschildkröte.

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Die Ugly Five sind Tiere, denen man nachsagt, nicht gerade schön zu sein: Tüpfelhyäne, Gnu, Warzenschwein, Marabu und Geier. Sie sind für das Ökosystem aber unverzichtbar, etwa als Aasfresser. Weitere Beiträge zu Tieren gibt es in der Rubrik.

Häufige Fragen

Welche Tiere gehören zu den Big Five?

Afrikanischer Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe und Leopard.

Warum gehören Giraffe und Flusspferd nicht dazu?

Der Begriff stammt aus der Jagd und bezeichnet die fünf Tiere, die zu Fuß als am gefährlichsten zu jagen galten, nicht die größten.

Welches der Big Five ist am schwersten zu sehen?

Der Leopard, weil er einzeln, nachtaktiv und hervorragend getarnt lebt. Nashörner sind wegen ihrer geringen Zahl ebenfalls selten.

Wo sieht man die Big Five am besten?

Gute Chancen bieten der Krüger-Nationalpark mit Sabi Sand in Südafrika, der Ngorongoro-Krater und die Serengeti in Tansania sowie die Masai Mara in Kenia.