Was machen bei Wespenstich

Was machen bei Wespenstich

Nach einem Wespenstich hilft vor allem eines: sofort kühlen. Die meisten Stiche sind harmlos und klingen in ein bis drei Tagen ab. Atemnot, Schwindel, Schwellungen im Gesicht oder ein Stich im Mund- und Rachenraum sind dagegen ein Notfall – dann sofort die 112 wählen.

Wespen sind von Juli bis September besonders aktiv. In dieser Zeit sind die Völker am größten, und die Arbeiterinnen suchen gezielt nach Zucker – auf dem Kuchenteller, im Saftglas oder an überreifem Obst. Ein Stich ist schmerzhaft, aber für die allermeisten Menschen ungefährlich.

Anzeige

Was beim Wespenstich im Körper passiert

Mit dem Stich gibt die Wespe ein Gift ab, das unter anderem Eiweiße, Enzyme und Botenstoffe wie Histamin enthält. Die Haut reagiert mit einer örtlichen Entzündung. Typisch sind:

  • ein stechender, brennender Schmerz direkt nach dem Stich,
  • eine gerötete Quaddel mit einigen Zentimetern Durchmesser,
  • Schwellung, Wärme und Juckreiz in den folgenden Stunden.

Anders als Honigbienen ziehen Wespen ihren glatten Stachel wieder heraus und können mehrfach stechen. Ein Stachel bleibt deshalb meist nicht in der Haut stecken. Findet sich doch einer, stammt er eher von einer Biene: Ihn dann zügig mit dem Fingernagel oder einer Karte seitlich wegschieben.

Erste Hilfe: Schritt für Schritt

  1. Ruhe bewahren und Abstand nehmen. Nicht nach weiteren Wespen schlagen – das macht sie aggressiver.
  2. Einstichstelle prüfen. Steckt ein Stachel, ihn vorsichtig entfernen, ohne den Giftsack zusammenzudrücken.
  3. Kühlen. Ein Kühlpack, Eiswürfel oder ein kaltes Tuch auflegen, immer mit Stoff dazwischen, damit die Haut nicht friert. Zehn bis zwanzig Minuten kühlen, bei Bedarf wiederholen. Kälte lindert den Schmerz und bremst die Schwellung.
  4. Nicht kratzen. Kratzen reizt die Haut zusätzlich und kann Keime in die Wunde bringen.
  5. Bei starkem Juckreiz: Ein Gel mit einem Antihistaminikum oder eine kühlende Lotion aus der Apotheke kann die Beschwerden lindern. Bei größeren Schwellungen kann ärztlich eine Antihistamin-Tablette oder eine Kortisoncreme sinnvoll sein.

Manche verwenden einen Wärmestift (Stichheiler), der die Haut kurz auf etwa 50 Grad erhitzt. Er ist für Kinder und empfindliche Haut nur nach Gebrauchsanweisung geeignet. Bewährte Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zwiebel kühlen vor allem durch ihre Feuchtigkeit – sie ersetzen bei einer allergischen Reaktion keine Behandlung.

Wann ein Wespenstich ein Notfall ist

Gefährlich wird ein Stich in zwei Fällen: bei einer allergischen Reaktion des ganzen Körpers und bei Stichen im Mund- und Rachenraum.

Stich im Mund oder Hals

Wespen geraten leicht in offene Getränkedosen oder auf Kuchenstücke. Ein Stich in Zunge, Gaumen oder Rachen kann die Schleimhaut so anschwellen lassen, dass die Atemwege eng werden. Dann sofort den Notruf 112 wählen. Bis Hilfe eintrifft: Eiswürfel lutschen oder kaltes Wasser in kleinen Schlucken trinken und den Hals von außen mit kalten Umschlägen kühlen.

Allergische Reaktion (Anaphylaxie)

Nach Angaben des Gesundheitsportals gesund.bund.de reagieren etwa 2 Prozent der Bevölkerung auf Insektenstiche mit Beschwerden, die über die Einstichstelle hinausgehen. Warnzeichen treten meist innerhalb weniger Minuten auf:

  • Quaddeln, Juckreiz oder Rötung am ganzen Körper, auch weit entfernt vom Stich,
  • Schwellungen an Lippen, Augenlidern, Zunge oder im Gesicht,
  • Atemnot, pfeifende Atmung, Engegefühl im Hals, Heiserkeit,
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe,
  • Schwindel, Herzrasen, Kreislaufschwäche bis zur Bewusstlosigkeit.

Bei solchen Anzeichen sofort 112 anrufen und „allergische Reaktion nach Wespenstich“ sagen. Die betroffene Person bei Atemnot sitzend lagern, bei Kreislaufproblemen hinlegen und die Beine hochlegen, bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen. Wer ein Notfallset besitzt, wendet den Adrenalin-Autoinjektor sofort an – in den äußeren Oberschenkel, notfalls durch die Kleidung.

Große Lokalreaktion

Schwillt die Haut um den Stich auf mehr als zehn Zentimeter an oder hält die Schwellung länger als 24 Stunden an, spricht man von einer verstärkten örtlichen Reaktion. Sie ist meist nicht lebensbedrohlich, sollte aber ärztlich angesehen werden. Gleiches gilt bei vielen Stichen auf einmal, bei Stichen bei Säuglingen und Kleinkindern sowie wenn sich die Stelle nach einigen Tagen entzündet: zunehmende Rötung, Eiter, Fieber oder ein roter Streifen auf der Haut sind Warnzeichen.

Leben mit einer Insektengiftallergie

Wer einmal allergisch auf einen Wespenstich reagiert hat, sollte die Allergie beim Hausarzt oder in einer allergologischen Praxis abklären lassen. Hauttests und Bluttests zeigen, ob eine Allergie gegen Wespen- oder Bienengift vorliegt.

Anzeige
  • Notfallset: Allergiker bekommen ein Set mit Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison verschrieben. Es gehört im Sommer in jede Tasche, auch zum Sport und auf Reisen.
  • Allergiepass: Er informiert Helfer im Notfall über die Allergie.
  • Hyposensibilisierung: Bei dieser Behandlung wird das Insektengift über mehrere Jahre in steigender Dosis gespritzt, bis der Körper es besser verträgt. Danach fallen Reaktionen auf Stiche meist deutlich schwächer aus oder bleiben ganz aus.

Wespenstiche vermeiden

  • Gläser und Flaschen abdecken, draußen mit Strohhalm trinken, Dosen nicht unbeobachtet stehen lassen.
  • Kindern nach dem Essen den Mund abwischen – Saftreste locken Wespen an.
  • Nicht nach Wespen schlagen, nicht pusten. Ruhige Bewegungen und langsames Wegdrehen sind sicherer.
  • Im Gras und auf Fallobstwiesen Schuhe tragen.
  • Abstand zu Nestern halten, etwa an Rollladenkästen, im Dachboden oder in Erdlöchern. Nester nicht selbst entfernen, sondern einen Fachbetrieb fragen.
  • Stark duftende Parfüms und Haarsprays meiden, sie können Insekten anlocken.

Mehr über Wespen, Bienen und andere Krabbeltiere gibt es im Bereich Insekten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Wespenstich abheilt?

Schmerz und Rötung lassen meist nach einigen Stunden nach, Schwellung und Juckreiz klingen in der Regel innerhalb von ein bis drei Tagen ab.

Muss man bei einem Wespenstich zum Arzt?

Bei einer normalen Reaktion nicht. Ärztliche Hilfe ist nötig bei Stichen in Mund oder Rachen, bei Anzeichen einer allergischen Reaktion, bei sehr großen Schwellungen oder wenn sich die Stelle entzündet. Bei Atemnot oder Kreislaufproblemen gilt: sofort 112.

Kann man nach einem harmlosen Stich später allergisch reagieren?

Ja. Eine Allergie kann sich auch nach früheren unauffälligen Stichen entwickeln. Wer bei einem Stich erstmals Beschwerden am ganzen Körper hatte, sollte sich allergologisch untersuchen lassen.