Was ist eine Safari

Was ist eine Safari

Bei dem Wort Safari denken die meisten an einen offenen Geländewagen in der Savanne, an Löwen im hohen Gras, Elefantenherden am Wasserloch und ein Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. Das Bild stimmt – aber ursprünglich bedeutet das Wort einfach „Reise“. Heute versteht man unter einer Safari eine Reise in Schutzgebiete, um wilde Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, meist in Ost- und Südafrika.

Woher das Wort Safari kommt

„Safari“ stammt aus dem Swahili, der wichtigsten Verkehrssprache Ostafrikas, die vor allem in Kenia, Tansania und Uganda gesprochen wird. Das Wort geht auf das arabische safar („Reise“) zurück; arabische Händler prägten über Jahrhunderte die Küstenkultur Ostafrikas. „Kwenda safari“ heißt auf Swahili schlicht „auf Reise gehen“. Über englische Reiseberichte des 19. Jahrhunderts gelangte das Wort nach Europa und bekam dort die Bedeutung, die wir heute kennen.

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Von der Jagd zur Fotosafari

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war eine Safari vor allem eine Jagdexpedition. Wohlhabende Europäer und Amerikaner zogen mit Dutzenden Trägern wochenlang durch Ostafrika, um Großwild zu schießen. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff der Big Five: Er bezeichnete die fünf Tiere, die zu Fuß als am gefährlichsten zu jagen galten.

Kenia verbot die Großwildjagd 1977 vollständig. Seitdem steht dort die Beobachtung im Mittelpunkt, und die Fotosafari wurde zum Wirtschaftsfaktor: Eintrittsgelder der Nationalparks und Einnahmen der Lodges finanzieren Wildhüter und Schutzprogramme. In einigen anderen Ländern ist Trophäenjagd in eigens ausgewiesenen Gebieten bis heute erlaubt und umstritten. Viele Tiere in den Parks haben sich an die Fahrzeuge gewöhnt und lassen sie oft nah herankommen, sodass auch ohne großes Teleobjektiv gute Bilder gelingen.

Die Big Five und andere Stars

  • Löwe: lebt im Rudel und ist am ehesten in der offenen Savanne zu sehen, oft dösend im Schatten.
  • Leopard: der heimlichste der fünf. Er ruht tagsüber gern in Bäumen und ist am leichtesten in der Dämmerung zu finden.
  • Afrikanischer Elefant: das größte Landtier der Erde, häufig in Herden an Flüssen und Wasserlöchern.
  • Kaffernbüffel: unberechenbar und in großen Herden unterwegs.
  • Nashorn: Spitz- und Breitmaulnashorn sind durch Wilderei stark bedroht und werden in vielen Parks rund um die Uhr bewacht.

Mindestens ebenso beeindruckend sind Giraffen, Zebras, Flusspferde, Geparde, Hyänen, Wildhunde und Hunderte Vogelarten. Mehr zu einzelnen Tieren gibt es in der Tier-Rubrik.

Die bekanntesten Safari-Ziele

Land Schutzgebiete Besonderheit
Kenia Masai Mara, Amboseli, Tsavo, Samburu Große Tierwanderung, Elefanten vor dem Kilimandscharo (Amboseli)
Tansania Serengeti, Ngorongoro-Krater, Tarangire, Selous/Nyerere Riesige Wildbestände, Krater mit hoher Tierdichte
Südafrika Kruger-Nationalpark, private Reservate Gute Straßen, Selbstfahrer-Safaris, malariafreie Reservate im Süden
Botswana Okavango-Delta, Chobe, Moremi Mokoro-Touren im Delta, große Elefantenbestände
Namibia Etosha Tiere an Wasserlöchern rund um eine riesige Salzpfanne
Sambia South Luangwa Bekannt für Fußsafaris mit bewaffneten Rangern
Uganda, Ruanda Bwindi, Volcanoes Begegnungen mit Berggorillas

Die Große Tierwanderung

Rund anderthalb Millionen Gnus ziehen zusammen mit Zebras und Gazellen das ganze Jahr im Kreis durch die Serengeti und die Masai Mara, immer dem Regen und frischem Gras folgend. Die Kälber werden etwa im Januar und Februar im Süden der Serengeti geboren. Die spektakulären Flussüberquerungen am Mara-Fluss, wo Krokodile warten, finden meist zwischen Juli und Oktober statt.

Arten von Safaris

  • Pirschfahrt (Game Drive): der Klassiker im Geländewagen mit Fahrer und Guide, meist frühmorgens und am späten Nachmittag, wenn die Tiere aktiv sind.
  • Fußsafari: mit Ranger zu Fuß unterwegs, man lernt Spuren, Pflanzen und Kleintiere kennen.
  • Bootssafari: zum Beispiel auf dem Chobe-Fluss oder im Okavango-Delta im Einbaum (Mokoro).
  • Selbstfahrer-Safari: im Mietwagen, gut möglich im Kruger-Nationalpark und in Etosha.
  • Ballonsafari: bei Sonnenaufgang über der Masai Mara oder der Serengeti.
  • Nachtsafari: in manchen Privatreservaten mit Scheinwerfer, um nachtaktive Tiere zu sehen.

Ein typischer Safari-Tag

Der Tag beginnt früh: Weckruf gegen halb sechs, Kaffee am Feuer, Abfahrt bei Sonnenaufgang. In den ersten Stunden sind Raubkatzen noch aktiv, und das Licht ist ideal zum Fotografieren. Gegen Mittag geht es zurück ins Camp, denn in der Hitze ruhen auch die Tiere. Nach Mittagessen und Pause startet am späten Nachmittag die zweite Pirschfahrt, die oft mit einem „Sundowner“ endet, einem Getränk bei Sonnenuntergang an einem Aussichtspunkt. In vielen Parks müssen Besucher vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Camp sein.

Unterkünfte

  • Lodges: feste Häuser mit Restaurant, oft mit Blick auf ein Wasserloch.
  • Zeltcamps: große Zelte mit richtigen Betten und eigenem Bad, teils nur saisonal aufgebaut, etwa entlang der Tierwanderung.
  • Rastlager: einfache Bungalows und Campingplätze innerhalb der Parks, typisch für den Kruger-Nationalpark und Etosha.
  • Dachzelt: Bei Selbstfahrern im südlichen Afrika beliebt – das Zelt ist auf dem Mietwagen montiert.

Beste Reisezeit

Als beste Zeit gilt in den meisten Gebieten die Trockenzeit. Dann ist die Vegetation lichter, und die Tiere sammeln sich an den verbleibenden Wasserstellen. In Ostafrika sind das etwa Juni bis Oktober sowie Januar und Februar, im südlichen Afrika (Botswana, Namibia, Südafrika) ungefähr Mai bis Oktober. In der Regenzeit ist die Landschaft grün, es gibt viele Jungtiere und Zugvögel, und die Preise sind oft niedriger.

Ausrüstung und Gesundheit

  • Kleidung in gedeckten Farben wie Khaki, Beige oder Olivgrün; leuchtende Farben stören, dunkles Blau und Schwarz ziehen Tsetsefliegen an.
  • Für die frühen Morgenstunden eine warme Jacke – im offenen Fahrzeug wird es kalt.
  • Fernglas, Kamera mit Zoom, Ersatzakkus, Sonnenhut, Sonnencreme und Mückenschutz.
  • Für Inlandsflüge mit kleinen Maschinen gelten oft strenge Gepäckgrenzen, meist weiche Taschen mit 15 bis 20 Kilogramm.
  • Viele Safari-Gebiete liegen in Malariagebieten, und für einige Länder ist je nach Reiseroute eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Rechtzeitig vor der Reise reisemedizinisch beraten lassen und die Hinweise des Auswärtigen Amts lesen.

Regeln im Park

  • Im Fahrzeug bleiben, außer an ausgewiesenen Stellen.
  • Abstand halten, Tiere nicht füttern und nicht anlocken.
  • Leise sein, nicht hupen und nicht vom Weg abfahren, wo es verboten ist.
  • Den Anweisungen von Guide und Rangern folgen – sie lesen das Verhalten der Tiere.

Häufige Fragen

Was bedeutet das Wort Safari?

Safari ist Swahili und heißt „Reise“. Es geht auf das arabische Wort safar zurück.

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Welche Tiere gehören zu den Big Five?

Löwe, Leopard, Elefant, Kaffernbüffel und Nashorn. Der Begriff stammt aus der Großwildjagd.

Wo ist eine Safari am schönsten?

Klassiker sind die Serengeti in Tansania, die Masai Mara in Kenia, der Kruger-Nationalpark in Südafrika, das Okavango-Delta in Botswana und Etosha in Namibia.

Wann ist die beste Zeit für eine Safari?

Meist in der Trockenzeit, wenn sich die Tiere an Wasserstellen sammeln – in Ostafrika etwa Juni bis Oktober, im südlichen Afrika etwa Mai bis Oktober.