Den Euro gibt es seit dem 1. Januar 1999 – zunächst nur als Buchgeld für Überweisungen, Konten und Börsenkurse. Scheine und Münzen kamen drei Jahre später, am 1. Januar 2002, in Umlauf. Seitdem ist er die gemeinsame Währung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.
Kurze Antwort
- 1. Januar 1999: Der Euro wird in elf Ländern als Buchgeld eingeführt. Die Umrechnungskurse der nationalen Währungen werden unwiderruflich festgelegt, für die D-Mark auf 1,95583 DM je Euro.
- 1. Januar 2002: Euro-Banknoten und -Münzen werden in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel, Griechenland ist inzwischen dazugekommen.
- 1. Januar 2026: Mit Bulgarien zählt die Eurozone 21 EU-Staaten.
Der Weg zum Euro
Die Idee einer gemeinsamen Währung ist deutlich älter als der Euro selbst. Die wichtigsten Etappen:
- 1970 – Werner-Plan: Eine Gruppe unter dem luxemburgischen Premierminister Pierre Werner schlägt eine Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen vor. Die Ölkrise und das Ende fester Wechselkurse im Bretton-Woods-System stoppen den Plan.
- 1979 – Europäisches Währungssystem: Die Wechselkurse der beteiligten Währungen dürfen nur noch in festen Bandbreiten schwanken. Als Rechengröße dient die ECU (European Currency Unit), ein Korb aus den beteiligten Währungen.
- 1989 – Delors-Bericht: Ein Ausschuss unter Kommissionspräsident Jacques Delors legt einen Fahrplan in drei Stufen bis zur gemeinsamen Währung vor.
- 1. Juli 1990 – erste Stufe: Der Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedstaaten wird freigegeben.
- 1992 – Vertrag von Maastricht: Die rechtliche Grundlage der Währungsunion. Er legt die Konvergenzkriterien fest, die jedes Land vor dem Beitritt erfüllen muss: niedrige Inflation, Haushaltsdefizit bis 3 Prozent und Schulden bis 60 Prozent der Wirtschaftsleistung, niedrige Zinsen, stabiler Wechselkurs.
- 1994 – zweite Stufe: Das Europäische Währungsinstitut in Frankfurt am Main bereitet die gemeinsame Geldpolitik vor.
- Dezember 1995 – der Name: Der Europäische Rat in Madrid beschließt den Namen „Euro“. Im Gespräch waren auch „ECU“ und „Franken“; der Name „Euro“ geht auf einen Vorschlag des deutschen Finanzministers Theo Waigel zurück.
- Mai 1998 – Auswahl der Teilnehmer: Elf Staaten erfüllen die Kriterien: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien.
- 1. Juni 1998 – Europäische Zentralbank: Die EZB nimmt in Frankfurt am Main ihre Arbeit auf.
- 1. Januar 1999 – dritte Stufe: Der Euro startet als Buchgeld, die Geldpolitik geht auf die EZB über.
Drei Jahre mit Euro auf dem Konto, aber D-Mark in der Tasche
Zwischen 1999 und 2001 war der Euro schon da, aber unsichtbar. Unternehmen konnten ihre Buchhaltung umstellen, Banken führten Euro-Konten, Aktien wurden in Euro notiert. Viele Kontoauszüge und Preisschilder zeigten beide Beträge. Bezahlt wurde im Laden aber weiter mit D-Mark, Schilling oder Gulden.
Die Bargeldumstellung 2002
Der Wechsel zum Euro-Bargeld war die größte Geldumstellung der Geschichte. Die Notenbanken ließen rund 15 Milliarden Banknoten drucken und über 50 Milliarden Münzen prägen.
- Starterkits: Ab dem 17. Dezember 2001 gab es in Deutschland bei Banken und Post Münztüten mit 20 Euro-Münzen im Wert von 10,23 Euro, für 20 D-Mark.
- Neujahr 2002: Geldautomaten gaben ab dem ersten Tag Euro aus, Geschäfte gaben Wechselgeld nur noch in Euro heraus.
- Übergangszeit: Bis zum 28. Februar 2002 nahm der Handel in Deutschland noch D-Mark an. Offiziell war die D-Mark schon mit Ablauf des Jahres 2001 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr.
- Umtausch heute: D-Mark-Scheine und -Münzen tauscht die Deutsche Bundesbank weiterhin unbefristet und kostenlos in ihren Filialen oder per Post um. Noch immer sind Milliarden D-Mark nicht zurückgegeben.
Scheine und Münzen
Acht Münzen
Es gibt Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie zu 1 und 2 Euro. Die Vorderseite mit Wertzahl und Europakarte ist in allen Ländern gleich. Die Rückseite gestaltet jedes Land selbst: Deutschland zeigt Eichenzweig, Brandenburger Tor und Bundesadler. Jede Münze gilt in der ganzen Eurozone. Dazu kommen 2-Euro-Gedenkmünzen, etwa zu Bundesländern oder Jubiläen.
Sieben Banknoten
Die Scheine zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro sehen überall gleich aus. Entworfen hat die erste Serie der Österreicher Robert Kalina. Die Motive – Fenster und Tore auf der Vorderseite, Brücken auf der Rückseite – stammen aus Epochen der europäischen Baugeschichte, von der Antike bis zur Moderne. Es sind keine echten Bauwerke, damit sich kein Land bevorzugt fühlt.
Seit 2013 gibt die EZB die überarbeitete Europa-Serie aus. Sie hat bessere Sicherheitsmerkmale, darunter ein Porträt der mythologischen Figur Europa im Wasserzeichen und im Hologramm. Den 500-Euro-Schein gibt es in der neuen Serie nicht mehr; seit 2019 wird er nicht mehr ausgegeben, bleibt aber gültig.
Die Seriennummer verrät die Herkunft
Bei Scheinen der ersten Serie zeigt der erste Buchstabe der Seriennummer, welche nationale Zentralbank den Schein in Auftrag gegeben hat. Beispiele: X steht für Deutschland, N für Österreich, V für Spanien, Z für Belgien, U für Frankreich und S für Italien. Bei der Europa-Serie steht der Buchstabe dagegen für die Druckerei, in der die Banknote gedruckt wurde.
Das Euro-Zeichen €
Die EU-Kommission stellte das Zeichen 1996 vor. Es erinnert an das griechische Epsilon und damit an die Wiege der europäischen Kultur und an den ersten Buchstaben des Wortes Europa. Die zwei waagerechten Striche sollen für Stabilität stehen. Die offizielle Abkürzung im Bankverkehr lautet EUR.
Wer über den Euro wacht
Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Ziel ist Preisstabilität, genauer eine Inflationsrate von 2 Prozent auf mittlere Sicht. Wichtigstes Werkzeug sind die Leitzinsen, zu denen sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen oder dort anlegen. Im EZB-Rat sitzen die sechs Mitglieder des Direktoriums und die Präsidenten der nationalen Zentralbanken aller Euroländer, für Deutschland der Präsident der Bundesbank.
Teuro, Eurokrise und digitaler Euro
Kaum war das Bargeld da, machte das Wort „Teuro“ die Runde – 2002 wurde es zum Wort des Jahres. Viele Menschen hatten den Eindruck, alles sei auf einen Schlag doppelt so teuer geworden. Die amtliche Statistik zeigte für 2002 eine niedrige Gesamtinflation. Deutlich gestiegen waren aber Preise, die man oft sieht und bar bezahlt: in Restaurants und Cafés, beim Friseur, in Kinos und Reinigungen. Manche Anbieter hatten beim Umrechnen großzügig aufgerundet.
Die größte Bewährungsprobe folgte ab 2010. Griechenland konnte seine Schulden nicht mehr bedienen, später brauchten auch Irland, Portugal, Spanien und Zypern Hilfe. Die Euroländer spannten Rettungsschirme auf, seit 2012 den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Sitz in Luxemburg. Im Juli 2012 beruhigte EZB-Präsident Mario Draghi die Märkte mit dem Versprechen, alles Nötige zu tun, um den Euro zu erhalten.
Außerdem bereitet die EZB einen digitalen Euro vor. Er soll Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen – als digitales Zentralbankgeld, mit dem man in der ganzen Eurozone per Smartphone oder Karte zahlen kann, unabhängig von privaten Zahlungsanbietern.
Häufige Fragen
Wann wurde der Euro in Deutschland eingeführt?
Als Buchgeld am 1. Januar 1999, als Bargeld am 1. Januar 2002.
Wie viel ist eine D-Mark in Euro wert?
Eine D-Mark entspricht 0,51129 Euro. Umgekehrt ist ein Euro 1,95583 D-Mark wert.
Kann man D-Mark noch umtauschen?
Ja, bei jeder Filiale der Deutschen Bundesbank, unbegrenzt und gebührenfrei. Geschäftsbanken tauschen in der Regel nicht mehr um.
Welche Länder führten den Euro als erste ein?
Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien – 1999 als Buchgeld. Griechenland folgte 2001, rechtzeitig zur Bargeldeinführung.



